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Die Kündig Chäslaube in Rorschach hat eine neue Führung

Das Rorschacher Feinkostgeschäft Kündig stellt sich neu auf. Matthias Kündig regelt die Nachfolge.
Stefan Borkert
Thomas Stiegler, Matthias Kündig, Roger Muamba und David Vincze bilden das neue Quartett an der Spitze. (Bild: Adriana Ortiz Cardozo)

Thomas Stiegler, Matthias Kündig, Roger Muamba und David Vincze bilden das neue Quartett an der Spitze. (Bild: Adriana Ortiz Cardozo)

Bei der Kündig Chäslaube AG bricht eine neue Ära an. Das Feinkostgeschäft mit seinen mehr als 300 Käsespezialitäten ist in der ganzen Schweiz ein Begriff. Neu heisst die Firma nun Kündig Feinkost AG. Die Umbenennung geht einher mit einer neuen Struktur mit vier gleichberechtigten Partnern. Grund dafür ist die Nachfolgeregelung, die Matthias Kündig, der in dritter Generation das Geschäft mit Hauptsitz in Rorschach und einem weiteren Standort in St.Gallen leitet, frühzeitig angestossen hat.

Die neue Führung der Kündig Feinkost AG bilden neben Matthias Kündig und Verwaltungsratspräsident David Vincze noch Thomas Stiegler, ein Berater mit langjähriger Erfahrung für Familienunternehmen, und Geschäftsleiter Roger Muamba, Gründungsmitglied des Bioprodukteversands Emma und Söhne.

Verwaltungsratspräsident David Vincze sagt: «Ein einfacher Verkauf der Firma garantiert noch lange nicht deren Erhalt für die Zukunft. Wir haben daher eine neue Nachfolgeplanung entwickelt. Die starren Verkaufsabläufe einer traditionellen Nachfolgeregelung empfinden wir als sehr veraltet und limitiert.» Ein über Jahrzehnte aufgebautes Wissen könne nicht einfach mal schnell vermittelt werden. Das würde unweigerlich die Qualität der Produkte und Dienstleistungen einem grossen Risiko aussetzen. «In unserem Modell kann sich der Eigentümer frühzeitig entlasten und sich seiner Kernkompetenz widmen, nämlich dem Produkt.» Gleichzeitig sei er noch am gemeinsam erwirtschafteten Erfolg beteiligt.

So bleibt Matthias Kündig als Verwaltungsrat und Käse­berater weiterhin an Bord. Er werde sich auf seine Kernkompetenz als Fromagier konzentrieren. Kündig gelte als Käse-­Pionier und habe einen unglaublichen Sinn für Geschmack und Textur, aber auch für ideale Kombinationen und Food-­Ästhetik, schwärmt Vincze. Und Kündig werde auch punktuell im operativen Tagesgeschäft mit anpacken.

Wichtig ist Vincze, dass das 1923 gegründete Geschäft für die Zukunft gut aufgestellt ist. Vincze kennt die Ostschweiz. Der Lebensmittelingenieur wohnt bei Abtwil, hat in Zürich, Kanada und St.Gallen studiert. Als früherer CEO der Sorten­organisation Appenzeller Käse und Gründer der Konzept Steinegg GmbH weiss er, wie man Lebensmittel vermarktet.

Seine Motivation, bei Kün­dig einzusteigen, erklärt Vincze unter anderem mit den Möglichkeiten, in einem starken Team innovativ tätig zu sein. Die Familie Kündig habe fast ein Jahrhundert lang alles getan, um die besten Produkte für ihre Kunden zu finden. Heute werde der Konsument bei der Ernährung wählerischer und habe immer mehr Ansprüche an Herkunft, Herstellung und Nachhaltigkeit der Lebensmittel. «Das ist ein Bedürfnis, das ein grosser Detailhändler unmöglich erfüllen kann.» Für ihn sei es faszinierend, tief in die Welt der Käsespezialitäten einzutauchen und nach idealen Variationen zu forschen. Gleichzeitig könne er Kunden eine vielfältige Palette an Käse aus dem In- und Ausland anbieten. «Das Beste aus aller Welt. Ich komme mir vor wie Aladdin in seiner Schatzkammer», sagt Vincze.

Kampf gegen das Ladensterben

Die kulinarische Begeisterung ist das Eine, die Umstrukturierung und die Weichenstellung für die Zukunft etwas ganz Anderes. Vincze weiss, dass die neue Firma gegen das Ladensterben ankämpfen muss. «Im gegenwärtigen Trend des Ladensterbens stehen Unternehmungen immer öfter bei den Herausforderungen des Marktes an. Digitalisierung, Vermarktung und Verwaltung werden immer komplexer und müssen professionell angegangen werden, ohne dabei die Inhalte von Tradition und Qualität zu verlieren.» Die neue Führungsriege will alle 17 Arbeitsplätze erhalten. Ob ein Ausbau der Stand­orte in Frage kommt? Vincze möchte nichts ausschliessen: «Warum nicht nach den Sternen greifen?» Sicher sei, dass die Onlineplattform vorangetrieben werde. Vincze will auf jeden Fall vermeiden, dass es der Marke Kündig geht wie dem Grossteil aller Marken (74 Prozent). Diese seien bedeutungslos und austauschbar, heisst es etwa in der Havas-Studie aus dem Jahr 2017.

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