Menschenrechte

Aktivisten rufen Badawi-Journalistenpreis ins Leben

Bei einer Solidaritätsveranstaltung für den zu tausend Stockhieben verurteilten Blogger Raif Badawi vor der Botschaft Saudi-Arabiens in Berlin haben Aktivisten am Freitag einen Journalistenpreis ausgerufen. Er soll "Raif Badawi Award für mutige Journalisten" heissen.

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Ensaf Haidar, die Frau des inhaftierten Bloggers Raif Badawi

Ensaf Haidar, die Frau des inhaftierten Bloggers Raif Badawi

KEYSTONE/EPA DPA/JOERG CARSTENSEN

Der Preis solle "dazu beitragen, Raef in unser aller Bewusstsein zu halten", sagte dessen Frau Ensaf Haidar vor Ort. Ihr Mann sei zum Schweigen verurteilt, "aber mit der Auszeichnung kann er ein Vorbild sein für die, die nicht schweigen müssen".

Nach Angaben der Mitorganisatoren von der International Media Alliance nahmen etwa 150 Menschen an der Kundgebung vor der Botschaft im Berliner Bezirk Tiergarten teil, die Polizei schätzte die Zahl auf maximal 70. Zum Abschluss sollte der Botschaft eine Unterschriftenliste übergeben werden, in der die Freilassung Badawis gefordert wird.

Der Blogger war vor einem Jahr wegen Beleidigung des Islam zu tausend Stockhieben und zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden. Nach den ersten 50 Stockhieben im Januar wurde die Strafe ausgesetzt, Badawi sitzt aber weiter hinter Gittern.

Das Urteil und der Beginn der Vollstreckung haben international scharfe Kritik an der Menschenrechtslage in Saudi-Arabien hervorgerufen.

Engagement auszeichnen

Ensaf Haidar lebt mit drei gemeinsamen Kindern in Kanada. Der von ihr ausgelobte Preis soll im Dezember erstmals verliehen werden. Eine internationale Jury soll einen Journalisten auswählen, der mit hohem persönlichen Engagement das politische Establishment herausgefordert hat.

Parallel soll ein arabischer Journalist, der sich in seinem Heimatland für Meinungsfreiheit eingesetzt hat, mit einem Stipendium nach Deutschland eingeladen werden.

Mit dem Preis und dem Stipendium wollten die Organisatoren "Mut machen, dass diejenigen, die Freiheit wollen und für sie kämpfen, nicht alleine sind und vergessen werden", sagte Ensaf Heidar. "Unzählige Menschen auf der ganzen Welt stehen zusammen, um Raif zu unterstützen, und dieser Preis ist ein Zeichen dieser grossen weltweiten Solidarität", sagte sie.