Aktionsplan zum Abbau fauler Kredite

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Banken Die EU-Finanzminister haben gestern einen Aktionsplan zur Verringerung fauler Kredite in Bankbilanzen gutgeheissen. Ende 2016 erreichte die Summe solcher Kredite mit hohem Ausfallrisiko bei europäischen Banken rund 1000 Milliarden Euro. Diese faulen Kredite sind Hinterlassenschaften aus der Finanzkrise und der nachfolgenden Wirtschaftsflaute. Sie dämpfen die Fähigkeit der Geldhäuser zur Kreditvergabe und bremsen ­Experten zufolge auch das Wirtschaftswachstum in der EU.

Der Anteil fauler Kredite ist jedoch in den vergangenen beiden Jahren deutlich zurückgegangen, wie aus einem Experten­bericht hervorgeht. Lag er im dritten Quartal 2014 noch bei 6,7 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP), so reduzierte er sich auf 5,14 Prozent im vierten Quartal 2016. Die höchste Quote solch fauler Kredite hat demnach Griechenland mit 45,86 Prozent des BIP. Schweden am anderen Ende der Rangliste weist lediglich 0,99 Prozent aus.

Grenzüberschreitend statt lediglich national

Valdis Dombrovskis, Vizepräsident der EU-Kommission, nannte den verabschiedeten Aktionsplan einen «grossen Schritt». Laut dem estnischen EU-Ratspräsidenten Toomas Toniste waren die bisherigen Lösungen für faule Kredite lediglich auf nationale Ebene beschränkt. Mit dem neuen Plan sei ein grenzüberschreitendes Vorgehen möglich.

Laut Dombrovskis soll unter anderem die Bankenaufsicht mehr Befugnisse erhalten. So soll die Europäische Zentralbank ­Institute dazu anhalten können, für solche Problemkredite ihre Kapitalpuffer zu erhöhen, sollten ­diese als unzureichend bewertet werden. Die EU-Finanzminister wollen zudem einen Sekundärmarkt für faule Kredite ermög­lichen. Bisher sind solche Marktplätze kaum entwickelt. Banken können derzeit faule Kredite nur deutlich unter ihren Nominalwerten losschlagen, was Löcher in ihre Bilanzen reisst. (rtr/apa)