Aktionäre stärken Biorender den Rücken

MÜNCHWILEN. Der grösste Biogasproduzent der Schweiz hat technische Probleme und braucht eine dringende Finanzspritze. Die Aktionäre der Biorender AG in Münchwilen stärken dem Unternehmen den Rücken. Die Städte und Gemeinden überbrücken die Liquiditätsengpässe.

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Die angeschlagene Biorender bekommt eine Finanzspritze.

Die angeschlagene Biorender bekommt eine Finanzspritze.

Damit ist aber nur der finanzielle Druck weg, wie das Unternehmen am Montag in einer Mitteilung schrieb. Die technischen und politischen Probleme bleiben.

Die Biorender AG begann Anfang 2011 mit der Produktion von Biogas aus Fleischabfällen. Die grösste Biogasanlage der Schweiz sollte pro Jahr gut 40 Mio. Kilowattstunden (kWh) Biogas aus Schlachtabfällen liefern, die seit der BSE-Krise nicht mehr als Tiermehl verfüttert werden dürfen.

Aus der Tiermehlproduzentin Hunziker Food Recycling AG wurde die Biorender AG gegründet. Hauptaktionäre sind die Städte Winterthur, Wil und St. Gallen, die sich zur Abnahme des grössten Teils des produzierten Biogases verpflichtet haben und dafür nach Bedarf einen sogenannten ökologischen Mehrwert zahlen müssen.

Millionen-Loch
Wegen technischer Probleme kann die Biorender bis heute nur einen Teil des Gases liefern, was zu Einnahmenausfällen führte. Trotz der Erhöhung des Preises auf 50 Rappen pro kWh Biogas, geriet die Firma in einen Liquiditätsengpass. Biorender fehlen flüssige Mittel von rund zwei Mio. Franken.

Die Aktionärsversammlung der beteiligten Städte und Gemeinden hat am Montag eine Finanzspritze und weitere Gaspreis-Subventionen bewilligt. Die Aktionäre haben ihre Zusage an Bedingungen geknüpft, beispielsweise an die kontinuierliche Leistungssteigerung der Anlage.

Die Lösung der technischen Schwierigkeiten sei vordringlich. Wenn die Anlage wieder besser laufe, könne auch wieder Gas verkauft werden, heisst es weiter. (sda)