Aktionäre stärken AFG den Rücken

Die Thurgauer AFG Arbonia-Forster, die einen schmerzhaften Umbau zur spezialisierten Bauausrüsterin hinter sich hat, bleibt durch das wirtschaftliche Umfeld gefordert. Die Aktionäre setzen ihr Vertrauen nun in die neu gewählte Führungsspitze.

Thorsten Fischer
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ARBON. Geschäftlich macht die AFG Arbonia-Forster weiterhin bewegte Zeiten durch. An der gestrigen Generalversammlung (GV) dominierte allerdings nicht Hektik, sondern eine ruhige Atmosphäre, gepaart mit klaren Absichten für die Zukunft.

Sämtliche Anträge passierten die Abstimmung diskussionslos und mit grossem Mehr. Meist lag die Zustimmung nur hauchdünn unter 100%. Auf hohe Unterstützung bei den AFG-Aktionären im Seeparksaal stiess besonders die Wahl des neuen Verwaltungsratspräsidenten Alexander von Witzleben und die Zuwahl von Michael Pieper als Vertreter des neuen Hauptaktionärs Artemis. Die Holding hält etwas über 25% an der AFG. Das alles deutet darauf hin, dass die Aktionäre weiter ans Unternehmen glauben und der neuen Führungsspitze zutrauen, die gesteckten Ziele zu erreichen.

«Wieder glaubwürdig sein»

In der Vergangenheit seien die Ziele oft verfehlt worden, wie der ebenfalls erst kürzlich eingesetzte, operative Chef William Christensen an der GV betonte. Wichtig sei es darum, die Glaubwürdigkeit wieder zu erlangen.

Vizepräsident Christian Stambach führte bereits zum zweitenmal innert drei Jahren als Interimspräsident durch die Versammlung. Ein weiteres Zeichen, wie bewegt die Geschichte der AFG ist. Stambach erinnerte auch an schmerzhafte Folgen des Umbaus, etwa wenn Stellen abgebaut werden mussten. Die AFG wolle sich aber stets für faire Lösungen einsetzen. Der bisherige Präsident Rudolf Graf, der im März abtrat, hatte die Fokussierung der AFG «umsetzungsstark begleitet», wofür ihm an der GV gedankt wurde. Ein Dank ging auch an Andreas Gühring, der nach zehn Jahren als dienstältestes VR-Mitglied ausschied – und an Mitarbeitende und Aktionäre, «für hohes Engagement auch in schwieriger Zeit.»

Weitere Aufgaben stehen an

Der neue Präsident von Witzleben richtete sich vor seiner Wahl direkt an die anwesenden Aktionäre. Ein handfester Aufgabenplan für den VR sei vorbereitet, sagte er. Zur Vorlage der Halbjahreszahlen am 13. August wolle man bereits erste Erkenntnisse präsentieren. Von Witzleben hatte im Vorfeld der GV viele AFG-Standorte besucht. Er stellte fest, «dass die AFG hochmotivierte Mitarbeiter hat» und teils vielversprechende Marktpositionen. Ein Zeichen setzt der neue Präsident, indem er auf rund einen Viertel seines Honorars verzichtet. Das neue VR-Mitglied Michael Pieper sagte, er sehe grosses Potenzial für das Unternehmen. Man werde nun konzentriert und rasch arbeiten. Dass die Finanzlage aktuell angespannt ist, zeigte sich daran: Auf eine Dividende an die Aktionäre für das Geschäftsjahr 2014 wurde verzichtet.