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AKQUISITIONEN: KMU wieder in Kauflaune

Die Zahl der Fusionen, Übernahmen und Mehrheitsbeteiligungen ist im vergangenen Jahr um 5,2 Prozent angestiegen. In der Ostschweiz hat Arbonia die Transaktionen befeuert.
Stefan Borkert

Stefan Borkert

Schweizer KMU sind gesund. Auch in diesem Jahr werden Transaktionen von KMU in der Schweiz wieder zunehmen. Zu dieser Einschätzung kommt das Beratungsunternehmen Deloitte. Das Unternehmen hat eine Studie erstellt, die sich mit Käufen, Fusionen und Mehrheitsbeteiligungen von KMU in der Schweiz beschäftigt. Stephan Brücher von Deloitte Schweiz erklärt: «Erstmals seit 2013 ist die Zahl der inländischen Transaktionen wieder gestiegen.»

Die Ostschweiz macht bei 8 Geschäften 2017 nur um die 4 Prozent der Transaktionen aus. Arbonia mit dem Zukauf von Looser ist ein Treiber der Ostschweizer Transaktionen gewesen, da im Fahrwasser dieser Übernahme wiederum Firmen verkauft wurden. Andere Transaktionen in der Ostschweiz waren etwa der Verkauf der Cash Carry Angehrn durch die Migros an die Westschweizer Aligro. Und der Flumser Seilbahnbauer Bar­tholet wurde von der Investmentgesellschaft Argos soditic an die chinesische Beteiligungsgesellschaft Cedarlake verkauft.

Ein Drittel private Beteiligungsgesellschaften

Schweizweit ist die Anzahl der Fusionen und Akquisitionen 2017 im Vergleich zum Vorjahr gemäss der Studie auf 201 gestiegen. Zudem sind Schweizer Tech- und Fintech-Unternehmen im Ausland begehrt: 17 Schweizer KMU wurden 2017 in diesem Bereich gekauft. Bei mehr als einem Drittel der Deals sassen Private-Equity-Fonds, also private Investi­tions- und Beteiligungsgesellschaften, am Verhandlungstisch. «Die Zahl der Transaktionen dürfte 2018 erneut klar steigen», ist Brücher überzeugt. Der 2016 beobachtete Aufwärtstrend setze sich fort, obwohl die Transaktionen noch immer unter dem Niveau von 2013 und 2014 lägen.

«Seit dem Frankenschock vor drei Jahren haben viele KMU ihre Effizienz gesteigert, in Innovation und Qualität investiert und ihre Preise konkurrenzfähiger gemacht. Zudem sind sie in der Regel rentabel und wenig verschuldet», sagt Jean-François Lagassé von Deloitte Schweiz. Ihre Fokussierung auf Wachstum habe den Transaktionsmarkt belebt. Unterdessen haben laut der Studie im vergangenen Jahr 141 schweizerische KMU ihre Unabhängigkeit an Konkurrenten oder Investoren abgegeben, die jeweils die Kapitalmehrheit übernahmen, was ein Anstieg von 8 Prozent bedeutet, der hauptsächlich auf inländische Käufer zurückzuführen ist.

Die Übernahmen von KMU durch ausländische Unternehmen stiegen minim von 69 auf 70 Transaktionen. Lagassé begründet das so: «Schweizerische KMU sind erstklassige Partner. Unternehmerfamilien ohne Nachfolger verkaufen gerne in die Schweiz. Viele ausländische Investoren erwerben Schweizer KMU, weil sie sich internationaler aufstellen wollen.» Die ausländischen Käufer kamen hauptsächlich aus Nordamerika (17 Transaktionen, plus 89 Prozent) und Deutschland (15 Transaktionen, plus 88 Prozent). Französische (8 Transaktionen) und vor allem chinesische Käufer (eine Transaktion) hielten sich hingegen 2017 zurück.

«Chinesische Investoren haben in den vergangenen Jahren bei den KMU-Transaktionen hierzulande nie eine bedeutende Position eingenommen. Sie haben vielmehr in grössere Unternehmen investiert», sagt Stephan Brücher. «Schweizer KMU sind für chinesische Investoren doch noch etwas weit weg.»

Tech-Firmen sind attraktiv und begehrt

Stark an Attraktivität gewonnen haben Unternehmen aus der Technologie-, Medien- und Telekommunikationsbranche. Hier nahmen die Transaktionen um 89 Prozent zu. In vielen Branchen fördere auch die Digitalisierung das Wachstum und steigere die Produktivität. Noch immer biete die Schweiz entwicklungsfreundliche Rahmenbedingungen, die für ausländische Investoren sehr interessant seien, sagt Brücher.

Weiter wird auch seitens Schweizer KMU im Ausland investiert. «Schweizer KMU kaufen, was sie kennen und was ihnen nahe ist. 82 Prozent der Akquisitionen wurden in Europa getätigt», heisst es in der Studie.

«Trotz der Abwertung des Frankens beweist die noch immer rege Einkaufsaktivität im Ausland, dass lokale Unternehmen externe Wachstumschancen in Europa und darüber hinaus wahrnehmen.» Das spiegle auch die Robustheit der Schweizer KMU, erklärt Brücher.

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