AKQUISITION
Huber+Suhner kauft eine Technologiefirma aus dem Umfeld der Universität Cambridge

Der Herisauer Huber+Suhner-Konzern stärkt sich bei optischen Netzwerken. Dazu übernimmt der Konzern Technologie, Mitarbeitende und Patente eines englischen Start-ups.

Thomas Griesser Kym
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Huber+Suhner mit Hauptsitz in Herisau kauft ein englisches Start-up und stärkt sich damit in der optischen Verbindungstechnik.

Huber+Suhner mit Hauptsitz in Herisau kauft ein englisches Start-up und stärkt sich damit in der optischen Verbindungstechnik.

Bild: Chris Mansfield

Bei der Technologie des Start-ups RoadMap Systems Ltd. aus Cambridge geht es um wellenlängenselektive Switches (WSS). Diese werden heute in optischen Transportnetzwerken eingesetzt, um ein effizientes und transparentes Routing des optischen Datenverkehrs zu ermöglichen. Die Funktionalität aktueller WSS-Komponenten sei aber begrenzt und für künftige Netzwerkanforderungen kaum tauglich.

Hier setzt RoadMap Systems an. Das englische Unternehmen entwickelt laut Mitteilung die nächste Generation hochintegrierter WSS, die softwaredefinierte zweidimensionale Hologramme verwenden, um einzelne Lichtfarben zwischen Glasfasern zu steuern. Dadurch können Gerätehersteller und Serviceprovider von neuen optischen Architekturen profitieren, die die Flexibilität und Ausfallsicherheit erhöhen und gleichzeitig die Kosten durch einen vereinfachten Netzbetrieb senken.

Im Mittelpunkt steht die Plattform Polatis

Huber+Suhner übernimmt nun die Mitarbeitenden, die Patente und weitere Vermögensgegenstände von RoadMap Systems. Geplant sei, die Patente und das Know-how in der über die nächsten Jahre folgenden Industrialisierung der Produkte zu nutzen und so Huber+Suhners wachsendes Portfolio an Automatisierungslösungen für optische Netzwerke weiter auszubauen.

Huber+Suhner-Chef Urs Ryffel.

Huber+Suhner-Chef Urs Ryffel.

Bild: Ennio Leanza/KEY

Im Mittelpunkt steht hier bei Huber+Suhner dessen eigene volloptische Switchingplattform Polatis. Konzernchef Urs Ryffel lässt sich zitieren, «wir gehen davon aus, dass diese einzigartige und geschützte Technologieplattform einen Paradigmenwechsel in Bezug auf Kosten, Skalierbarkeit und Energieeffizienz der WSS-Technologie ermöglichen wird». Und: «Diese Technologieentwicklung wird die Entwicklung flexibler, zukunftsfähiger optischer Netzwerke in den Telekommunikations- und Datenkommunikationsmärkten beschleunigen.»

Gegründet als Spin-off der Universität Cambridge

Mit der RoadMap-Übernahme stossen sechs Mitarbeitende neu zu Huber+Suhner. Der Herisauer Technologiekonzern beschäftigt rund 4400 Angestellte. Über die finanziellen Details der Transaktion haben die Unternehmen Stillschweigen vereinbart. RoadMap Systems wurde 2014 als Spin-off und versehen mit vier Patenten der Universität Cambridge gegründet.