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AIRLINE: Er kämpft für Pünktlichkeit

Der deutsche Swiss-Chef Thomas Klühr schätzt Schweizer Präzision. Seine Fluggesellschaft steht bei der Pünktlichkeit indes nicht für Genauigkeit.

Am meisten verblüfft hat ihn der öffentliche Verkehr, nach­- dem er vor gut vor zwei Jahren aus Deutschland nach Zürich gezogen war. Die Anschlusszeiten der Zürcher S-Bahn seien genau aufeinander abgestimmt und würden eingehalten mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks, schwärmte Swiss-Chef Thomas Klühr (56) schon vor zwei Jahren an der Bilanzmedienkonferenz der Fluggesellschaft. Aus dem früheren ÖV-Muffel war ein S-Bahn-Nutzer geworden.

Dass ein Flugpassagier von Swiss oder Edelweiss eine Lobeshymne auf die Pünktlichkeit der Schweizer Lufthansa-Tochtergesellschaft anstimmt, ist hingegen eher unwahrscheinlich. Das Swiss-Kürzel LX steht bei Spöttern für «Late-Xmal», und für die Mitarbeitenden an der Front sind die genervten Reaktionen von gestrandeten Kunden schon zur Routine geworden.

2017 startete oder landete fast jedes vierte Flugzeug von Swiss und Edelweiss mit Verspätung von einer Viertelstunde oder mehr. Passagiere verpassen nicht selten ihre Anschlussflüge oder den letzten Zug nach Hause. «Die vielen Verspätungen sind für eine Premium-Airline wie die Swiss nicht akzeptabel. Wir werden hart daran arbeiten müssen, uns bei der Pünktlichkeit zu verbessern», sagte Klühr schon kurz nach seinem Amtsantritt. Dass sich die Pünktlichkeit seither sogar noch etwas verschlechtert hat, liegt aber weniger an Swiss als an den beengten Verhältnissen auf dem grössten Schweizer Airport. Er gilt als typischer «Schönwetter-Flughafen»: Spielt das Wetter mit, klappt es mit der engen Abfolge von Starts und Landungen. Gerät diese wegen Nebel aber durcheinander, beginnt eine Verspätung die nächste nach sich zu ziehen.

Anders als sein Vorgänger Harry Hohmeister beklagt Klühr die Ursachen für die ungenügende zeitliche Zuverlässigkeit nicht bei jeder Gelegenheit und mit markigen Worten. Klühr ist kein Mann der lauten Töne. Leise sei der Swiss-Chef aber auch nicht, er bewege sich «in einer pulsneutralen Mittellage», schrieb das Wirtschaftsmagazin «Bilanz» einmal über ihn.

Thomas Klühr hat das Airline-Managementgeschäft von der Pike auf erlernt. Bei Lufthansa war er für das Netz­management, das Finanz-Con­trolling und die Leitung des Drehkreuzes München verantwortlich, ehe er 2016 die Verantwortung für das Tagesgeschäft von Swiss übernahm. Seine Frau hat eine Hausarztpraxis in Frankfurt. Dort arbeitet sie drei Tage, den Rest der Woche verbringt sie bei ihrem Mann in Zürich.

Dass Swiss mit guten Zahlen brilliert (Ausgabe von gestern), ist weitgehend auf die Vorgänger von Klühr zurückzuführen. Sie haben die Airline gut positioniert und die Flottenerneuerung in die Wege geleitet. Ein grosses Verdienst hat sich Klühr aber erworben: Swiss schickt sich an, am Flughafen Genf endlich schwarze Zahlen zu schreiben. In der Romandie ist die Erleichterung darüber gross, denn in der Westschweiz ging die Angst um, Swiss lasse Genf wie zuvor Basel-Mülhausen fallen. Dieses Schreckensszenario hat Klühr fürs Erste verbannt.

Rainer Rickenbach

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