Air France im Sinkflug, Protest gegen Stellenabbau

PARIS. Am Himmel über Frankreich ziehen sich Wolken zusammen. Gewerkschaften stellen baldige Protestaktionen in Aussicht. Grund ist eine neue Sparrunde, die der neue, seit Juli amtierende Air-France-Chef Frédéric Gagey morgen bekanntgeben will.

Stefan Brändle
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PARIS. Am Himmel über Frankreich ziehen sich Wolken zusammen. Gewerkschaften stellen baldige Protestaktionen in Aussicht. Grund ist eine neue Sparrunde, die der neue, seit Juli amtierende Air-France-Chef Frédéric Gagey morgen bekanntgeben will. Die Zeitung «Les Echos» veröffentlichte gestern bereits Details. Demnach sollen bis 2014 2600 bis 3000 Stellen gestrichen werden. Derzeit beschäftigt Air France, ohne ihren niederländischen Partner KLM, 70 000 Angestellte, davon 20 000 in der Luft.

Der Abbau gesellt sich zum laufenden Sparprogramm Transform, mit dem Air France seine Schulden bis 2015 von 6,5 Mrd. auf 4,5 Mrd. € drücken will. Bis heute hätten bereits 1,5 Mrd. € eingespart werden sollen, doch fehlen dazu noch 400 Millionen.

Laut Gewerkschaftssprecher Jean-Marc Quattrochi herrscht beim Personal eine «gefährliche Stimmung», und bereits ist von Streik die Rede. Im Sparplan bringt die Air-France-Leitung eine alte Forderung neu auf: Das Kabinenpersonal soll künftig von seinem Chef oder ihrer Chefin benotet werden. Dieser Plan ist bei Air France seit 20 Jahren am Widerstand der Betroffenen gescheitert.

Fast noch härter kritisiert wird intern der Umstand, dass Air France zugleich ihre Billigflieger fördert – darunter solche, die Air France selber konkurrenzieren. So will Gagey die konzerneigene Tourismus- und Chartergesellschaft Transavia aufwerten. Deren Flotte könnte verdoppelt werden, teils allerdings nur mietweise. Das soll die starken jahreszeitlichen Schwankungen im Feriengeschäft ausgleichen.