Ahold und Delhaize nehmen Hürde auf dem Fusionsweg

AMSTERDAM. 99,97% der Aktionäre des niederländischen Supermarktkonzerns Ahold haben der geplanten Fusion mit dem belgischen Konkurrenten Delhaize zugestimmt. De facto wird Delhaize von Ahold übernommen, wobei die Transaktion Mitte Jahr abgeschlossen sein soll.

Helmut Hetzel
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AMSTERDAM. 99,97% der Aktionäre des niederländischen Supermarktkonzerns Ahold haben der geplanten Fusion mit dem belgischen Konkurrenten Delhaize zugestimmt. De facto wird Delhaize von Ahold übernommen, wobei die Transaktion Mitte Jahr abgeschlossen sein soll. Delhaize wird danach an der Brüsseler Börse dekotiert. Der neue Konzern wird unter dem Namen Königliche Ahold Delhaize firmieren, seinen Hauptsitz in den Niederlanden haben und von Ahold-Chef Dick Boer geleitet.

Eine Macht in den USA

Auch die Delhaize-Aktionäre haben mit 96% der Stimmen die Fusion genehmigt. Erforderlich ist nun noch das Plazet der belgischen und der US-Kartellbehörde. Deren Zustimmung gilt als wahrscheinlich, wenn die Königliche Ahold Delhaize in Belgien und in den USA einige ihrer Supermärkte abstösst in jenen Regionen, wo sie marktbeherrschende Stellungen einnimmt.

Der neue Supermarktkonzern wird weltweit 6750 Läden haben und 64 Mrd. € umsetzen. Er zählt 390 000 Mitarbeitende und steigt in den Benelux-Staaten, den USA und in Zentraleuropa, wie etwa in Tschechien, zu einer der grössten Supermarktketten auf. Besonders stark ist die Kombination Ahold und Delhaize künftig in den USA, vor allem an der Ostküste. In den USA wird die Königliche Ahold Delhaize zwei Drittel ihres Umsatzes erarbeiten, mit Supermärkten wie Stop & Shop, Giant Food Stores, Food Lion und Hannafood.

Kosten sparen, günstiger kaufen

Boer rechnet mit Kosteneinsparungen von jährlich 500 Mio. €. Vor allem die Logistik kann noch effizienter organisiert werden. Und die Einkaufsmacht des Konzerns gegenüber Lebensmittelherstellern wie Nestlé oder Unilever steigt enorm, wodurch die Königliche Ahold Delhaize künftig günstiger dürfte einkaufen können. Geplant ist zudem, das Online- und das Modegeschäft zügig auszubauen.