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AGRARSEKTOR: Mindestpreis für Zucker gefordert

Der Bauernverband bekräftigt die Warnung, dass der einheimische Anbau von Zuckerrüben gefährdet sei. Erneut werden gleichlange Spiesse im Markt verlangt.

Die Spielregeln auf dem Zuckermarkt hätten sich geändert, sagte der St. Galler CVP-Nationalrat und Bauernverbandspräsident Markus Ritter an einer gemeinsamen Medienkonferenz des SBV, der Zuckerrübenpflanzer und der Zuckerindustrie. Es gelte jetzt zu reagieren, sonst gehe man unter.

Zur fundamentalen Änderung der Spielregeln sei es letztes Jahr gekommen: Auf Ende September 2017 hob die EU die ­Zuckerquote, Exportbeschränkungen und Mindestpreis für ­Zuckerrüben auf. Die Zuckerproduktion in der EU ist seither ­explodiert und die Überschussmengen gelangen zu Tiefstpreisen in die Schweiz, wie es in der Mitteilung des SBV heisst. Billiger EU-Zucker, der in Massen in die Schweiz strömt: Diese Furcht der Zuckerfabriken in Frauenfeld und Aarberg dominierte bereits im letztem Herbst (vgl. Ausgabe vom 20. Oktober 2017).

Hunderte Landwirte haben aufgegeben

Alleine 2017 hätten über 500 Landwirte die Zuckerrübenproduktion wegen der tiefen Preise aufgegeben, heisst es im Communiqué. Heute würden noch knapp 5000 Bauernfamilien ­Zuckerrüben auf einer Fläche von rund 19000 Hektaren anbauen. Das entspreche sieben Prozent der offenen Ackerfläche. Auch SBV-Direktor Jacques Bourgeois zeigt sich besorgt: «Ein weiterer Preisrückgang ist für die Zuckerrübenpflanzer nicht zu verkraften und wäre das Aus für die Schweizer Zuckerproduktion.» Deshalb hatte er 2015 die parlamentarische Initiative «Stopp dem ruinösen Preisdumping beim Zucker – Sicherung der inländischen Zuckerwirtschaft» eingereicht. Die Initiative verlangt einen Mindestpreis für Zucker in der Schweiz durch eine Anpassung des Grenzschutzsystems. Dies sei mit den Regeln der WTO und den bilateralen Verträgen mit der EU vollumfänglich kompatibel. Für Kunden der Lebensmittelindustrie, die im internationalen Wettbewerb stünden, gebe es wie bisher individuelle Lösungen.

Der Effekt auf die verarbeiteten Lebensmittel sei marginal, ­erklärte Markus Ritter. Auf eine Tafel Schokolade hätte die Massnahme laut Ritter einen Effekt von 0,5 Rappen. Bauernverband, Pflanzer und Verarbeiter hoffen nun, dass das Parlament in der kommenden Frühjahrssession die Initiative unterstützt. (sda)

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