Agglomerationen bleiben attraktiv

Herr Weinert, viele Leute haben mit sinkenden Immobilienpreisen gerechnet – wo genau sehen wir heute negative Vorzeichen?

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Robert Weinert Ökonom, Wüest & Partner

Robert Weinert Ökonom, Wüest & Partner

Herr Weinert, viele Leute haben mit sinkenden Immobilienpreisen gerechnet – wo genau sehen wir heute negative Vorzeichen?

Insgesamt ist der Immobilienmarkt stabil. Durchschnittlich sind die Preise in den letzten zwölf Monaten noch immer gestiegen. Die Preise von Einfamilienhäusern erhöhten sich um 1,8 Prozent, jene von Eigentumswohnungen um 2,5 Prozent. Nächstes Jahr dürfte die Teuerung leicht zurückgehen. Zugleich stellen wir regionale Unterschiede fest. Am Genfersee sinken vor allem die Preise von Eigentumswohnungen, tendenziell auch von Einfamilienhäusern.

Wegen sehr hoher Mieten und hoher Kaufpreise wichen viele Leute in die Agglomeration und aufs Land aus. Folgt bald die Rückkehr in die Städte?

Kurzfristig ist es dafür noch zu früh. Das Preisgefälle zwischen den grossen Zentren und den Agglomerationen ist nach wie vor gross. Nähern sich die Preise mittelfristig wieder an, wird die Anziehungskraft der Städte wieder mehr zum Tragen kommen.

Wie ist die Lage in der Ostschweiz?

In absoluten Zahlen ist das Wohnen in der Ostschweiz erschwinglicher als in Zürich oder anderen Zentren. Die Preise sind aber auch hier jüngst deutlich gestiegen. Die Ostschweiz und der Raum St. Gallen weisen insgesamt aber einen flüssigen Wohnungsmarkt auf. Jedenfalls ist das Angebot grösser als in Zürich, Genf, Winterthur oder Luzern. (J. Z.)

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