Ära von Pierin Vincenz bei Raiffeisen klingt aus

ST. GALLEN. Bis und mit heute ist Pierin Vincenz noch Chef von Raiffeisen Schweiz – den Posten hatte er seit 1999 inne und übergibt nun die Führung wie vorgesehen seinem Nachfolger Patrik Gisel. Dieser hat morgen, am 1.

Thorsten Fischer
Merken
Drucken
Teilen
Pierin Vincenz Abtretender Chef von Raiffeisen (Bild: Ralph Ribi)

Pierin Vincenz Abtretender Chef von Raiffeisen (Bild: Ralph Ribi)

ST. GALLEN. Bis und mit heute ist Pierin Vincenz noch Chef von Raiffeisen Schweiz – den Posten hatte er seit 1999 inne und übergibt nun die Führung wie vorgesehen seinem Nachfolger Patrik Gisel. Dieser hat morgen, am 1. Oktober, seinen ersten offiziellen Auftritt als neuer Leiter der Raiffeisen-Gruppe. Dann präsentiert er vor den Medien – gemeinsam mit Raiffeisen-Chefökonom Martin Neff – Analysen zum Eigenheimmarkt.

Vincenz ist mittlerweile nicht nur einer der dienstältesten Bankenchefs des hiesigen Finanzplatzes. Der 59-Jährige ist auch der Lenker, der die Gruppe der Genossenschaftsbanken konsequent ausbaute. In seiner Ära stieg die Spar- und Hypothekenbank zu einer Schweizer Bankengruppe auf, die in der Stadt und auf dem Land zu Hause ist. So wie Raiffeisen mit ihrer Expansion auffiel, so stieg auch die Aufmerksamkeit um ihren Chef Vincenz. Beides gehörte zusammen, und der Bündner scheute sich nicht, ins Rampenlicht zu treten. In vielen Fällen punktete er mit seiner offenen und pointierten Art. Was nicht bedeutet, dass er nie aneckte. Sein frühes Nachdenken über den automatischen Informationsaustausch schreckte damals die Bankiervereinigung auf. Und Vincenz überraschte Aussenstehende, als er als oberster Chef tatsächlich eine zweimonatige Auszeit, ein Sabbatical, nahm. Das ist bei Raiffeisen zwar vorgesehen. Aber ein Sabbatical macht immerhin deutlich, dass ein Geschäft auch ohne den Chef weiterlaufen kann. Der Finanzwelt bleibt Vincenz künftig erhalten. Er präsidiert neu den Verwaltungsrat des Versicherers Helvetia.