Ära nach dem Smartphone

Der Netzwerkausrüster Ericsson sieht das Ende des Smartphones bereits in fünf Jahren nahen. Konsumenten wünschen sich ganz andere elektronische Geräte mit künstlicher Intelligenz.

André Anwar
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Smartphones sind heute allgegenwärtig. In ein paar Jahren schon könnten sie von anderen Techniken abgelöst sein. (Bild: ky/Christoph Schürpf)

Smartphones sind heute allgegenwärtig. In ein paar Jahren schon könnten sie von anderen Techniken abgelöst sein. (Bild: ky/Christoph Schürpf)

STOCKHOLM. Smartphones sind eigentlich gar nicht so klug. Man muss sie ans Ohr halten, wenn man nicht ein Kabel anschliessen will. Man muss auf kleine Bildschirme starren und auf ihnen tippen. Und die Geräte könnten schon bald nach ihrem Siegeszug wieder Geschichte sein. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest das schwedische Unternehmen Ericsson in einer grossangelegten Konsumentenumfrage. Schon in fünf Jahren soll die Smartphone-Ära demnach ihrem Ende zugehen.

Unpraktisch beim Kochen

Der weltgrösste Netzwerkausrüster Ericsson, der früher selbst Handys produzierte und seinen Hauptsitz einst an der eigens danach benannten Stockholmer U-Bahnstation Telefonplan hatte, befragte 100 000 Konsumenten in Schweden und 39 anderen Ländern. Statistisch soll die Umfrage für 1,1 Milliarden Menschen weltweit repräsentativ sein. «Ein Smartphone in der Hand ist wirklich nicht so praktisch. Etwa wenn man fährt oder kocht, und es gibt viele weitere Situationen. Deshalb denkt einer von zwei Konsumenten, dass die Smartphones in fünf Jahren der Vergangenheit angehören werden.» So fasst Rebecka Cedering Angström von der Konsumentenforschungsabteilung Consumer Lab bei Ericsson die Studie zusammen.

Entwicklung verläuft schnell

Ericsson geht davon aus, dass in fünf Jahren ganz andere elektronische Geräte dominieren werden. Geräte, die Menschen an sich tragen und die über künstliche Intelligenz verfügen. Geräte, die teilweise Lehrer, Ärzte oder etwa Finanzberater viel direkter ersetzen helfen, als es mit der Internetsuche möglich ist. «Die Dinge gehen heute so schnell von der Idee bis zur Massenproduktion», sagt Cedering Angström. In der Tat werden Produktlebenszyklen immer kürzer.

Wie genau die Technik nach den Smartphones aussieht, dazu hat Ericsson nur vage Vermutungen. So könnte es viele dreidimensionale Anwendungen geben. «Konsumenten könnten etwa neue Schuhe virtuell anprobieren und sehen, wie sie am eigenen Fuss aussehen», sagt Cedering Angström. Ericssons Chef der Konsumentenforschung, Michael Björn, sagt: «Einige dieser Trends wirken futuristisch. Aber der Wunsch der Konsumenten nach neuen interaktiven Paradigmen wie künstliche Intelligenz und virtuelle Realität sowie die Integration des Internets an unseren Wänden daheim und in unseren Körpern ist sehr stark.» Und: «Ganze Industrien werden sich transformieren, um sich dieser Entwicklung anzupassen.»

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