Absichern lohnt sich

Ist der Gewinn der Feinstanz AG aufgrund des Euro-Wechselkurses um rund 20 Prozent eingebrochen?

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Urs Spielmann Chef der Feinstanz AG, Rapperswil-Jona

Urs Spielmann Chef der Feinstanz AG, Rapperswil-Jona

Ist der Gewinn der Feinstanz AG aufgrund des Euro-Wechselkurses um rund 20 Prozent eingebrochen?

Das ist schwierig zu sagen. Der Kurs ging so rasant bergab, dass wir noch keine definitiven Erfahrungswerte auf diesem tiefen Niveau haben. Wir müssen beispielsweise laufend die Bewertungen der Materialien anpassen. Aber ja, auch bei uns gibt es einen Gewinneinbruch.

Sichern Sie sich gegen Währungsrisiken ab?

Ja, das lohnt sich. Wenn eine Firma eine Maschine produziert und sechs Monate später ausliefert, so kann der Termin gut bestimmt und das Währungsrisiko abgesichert werden. Aber wir haben das Problem, dass wir für Serien produzieren, die über fünf bis sieben Jahre laufen. Über einen so langen Zeitraum lässt sich das Währungsrisiko nicht absichern.

Welches waren die kurzfristigen Massnahmen, welche Sie getroffen haben, um Währungsverluste zu minimieren?

Wir versuchen, möglichst viele Einkäufe und Ausgaben in Euro zu tätigen, insbesondere bei europäischen Firmen einzukaufen oder bei Schweizer Firmen in Euro zu bezahlen. Denkbar wären auch Lohnzahlungen in Euro – aber wir ziehen diese Massnahmen nicht in Betracht, denn es ist zweifellos nicht im Sinne unserer Mitarbeitenden.

Was unternehmen Sie weiter?

Wir haben operativ sehr viel gemacht, beispielsweise die frühzeitige Umstellung vieler Lieferanten auf Euro. Wir können kurzfristig nicht mehr viel tun. Wenn wir langfristig noch mehr tun wollten, müssten wir eine Verlagerung der Produktion in den Euro-Raum oder eine Kooperation mit einem dort ansässigen Partner in Betracht ziehen. (be)