ABN Amrobank steht kurz vor dem Börsengang

DEN HAAG. Noch dieses Jahr, möglicherweise noch im November, soll die verstaatlichte niederländische ABN Amrobank zurück an die Börse. Das kündigte Bankchef Gerrit Zalm an. Nach vorläufigen Schätzungen wird der Ausgabepreis der Aktien 17 € pro Stück betragen.

Helmut Hetzel
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DEN HAAG. Noch dieses Jahr, möglicherweise noch im November, soll die verstaatlichte niederländische ABN Amrobank zurück an die Börse. Das kündigte Bankchef Gerrit Zalm an. Nach vorläufigen Schätzungen wird der Ausgabepreis der Aktien 17 € pro Stück betragen. Damit würde die ABN Amrobank mit 15 Mrd. € bewertet. Etwa 30% ihres Kapitals soll am Markt plaziert werden. Davon sollen zwei Drittel an institutionelle Investoren und ein Drittel an Privatanleger gehen. Allerdings werden die neuen Anteile der ABN Amrobank Zertifikate auf Aktien sein. Dieses Konstrukt soll die ABN Amrobank gegen mögliche feindliche Übernahmen schützen.

Auf dem Gipfel der Finanz- und Wirtschaftskrise war die ABN Amrobank im Oktober 2008 verstaatlicht worden, zusammen mit der belgisch-niederländischen Finanzgruppe Fortis, der damals die ABN Amro Benelux gehörte. Laut Berechnungen von Analysten dürfte die Verstaatlichung der ABN Amrobank den niederländischen Steuerzahler bisher bis zu 30 Mrd. € gekostet haben. Bei einem möglichen Erlös von 15 Mrd. € würde der Staat also 15 Mrd. € verlieren.

Die heutige Bank ist eine andere als jene von 2007. Damals wurde die niederländische Grossbank für sage und schreibe 71 Mrd. € von Fortis, Santander und Royal Bank of Scotland gekauft und in drei Teile zerlegt. Doch nach der Pleite der US-Investmentbank Lehmann Brothers konnte Fortis ihren Teil der Übernahme nicht mehr finanzieren, was zur Verstaatlichung der ABN Amro Benelux und der ganzen Fortis führte.