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Kommentar

ABB: Der Chef geht, was bleibt sind
viele Fragen - auch existenzielle

Nach dem Abgang von CEO Ulrich Spiesshofer bleiben beim Schweizer Industriekonzern wichtige Fragen unbeantwortet.
Niklaus Vontobel
Niklaus Vontobel.

Niklaus Vontobel.

ABB hat viel vor. Das Stromnetzgeschäft, historisch gesehen das Herzstück, muss der Industriekonzern von den anderen Divisionen loslösen. Die gesamte Organisation soll umgekrempelt werden. Damit einhergehen soll ein kultureller Wandel, der bis zu fünf Jahre dauern wird. Verwaltungsratspräsident Peter Voser hat also viel Arbeit vor sich. Nun trennt sich der 61-Jährige auch noch von Ulrich Spiesshofer, seinem erfahrenen CEO, und übernimmt den Posten vorübergehend selbst. Ist der neue Chef einmal da, ist er ein Neuling inmitten eines fundamentalen Wandels. Da kann man sich schon fragen, was Voser geritten hat. Eine Antwort darauf ist genau im Wandel zu finden.

Der neue Chef wird weniger wichtig sein als seine Vorgänger. Die Macht wird nach unten delegiert, zu den Chefs der Divisionen. In dieser «neuen» ABB war die Trennung vom Chef verkraftbar. Vielleicht sogar nötig, falls sich Spiesshofer gegen den Bedeutungsverlust stemmte. Sinnfragen bleiben offen: Wozu braucht es ABB noch? Was hält die Divisionen zusammen? Eine Antwort darauf gab ein neuer Grossaktionär: nichts mehr. Er forderte weitere Verkäufe von Divisionen. Voser wischte dies zwar als «Lärm» vom Tisch. So ähnlich klang es jedoch schon, als der Verkauf der Stromnetzsparte gefordert wurde.

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