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Kommentar

ABB-Aufspaltung: Wer A sagt...

Der amerikanische Grossaktionär Artisan Partners verlangt eine Zerschlagung der ABB. Nach der Veräusserung des traditionsreichen Stromnetzgeschäfts darf dies nicht erstaunen.
Daniel Zulauf

«Wer A sagt, muss auch B sagen», heisst es im Volksmund. Gemeint ist die Tugend, erst dann zur Tat zu schreiten, wenn man auch die Folgen des eigenen Handelns akzeptieren kann. So einfach der Grundsatz tönt, so schwierig ist es, diesen im Leben auch zu befolgen.

Die Handlungsmaxime für Verwaltungsräte ist weniger moralisch. Ihre Pflicht besteht darin, die Interessen der Firma in guten Treuen zu wahren. Fehlentscheidungen sind kein Verstoss, sofern sie eben in guten Treuen getroffen wurden. Mit der strategischen Neuausrichtung hat der ABB-Verwaltungsrat im vergangenen Jahr eine Entscheidung getroffen, deren Erfolg naturgemäss erst in einigen Jahren beurteilt werden kann. Klar war indessen, dass ABB mit dem Verkauf der Stromnetzsparte einen zentralen Teil der eigenen Geschichte preisgeben würde. Ohne das historisch gewachsene Selbstverständnis stellt ABB nurmehr ein Portefeuille dar, das verschiedene industrielle Aktivitäten unter einem Dach vereint.

Es kann deshalb nicht überraschen, dass Investoren nun in aller Öffentlichkeit die Möglichkeiten einer weiteren Aufteilung des Gebildes fordern. Schliesslich hat der Verwaltungsrat schon A gesagt.

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