Ab ins Ferienhaus in den Bergen: Helvetia-Finanzchef Paul Norton über seine Pläne im Ruhestand – und über «eine traurige Geschichte» im Fussball

Mit 60 wird Helvetia-Finanzchef Paul Norton im kommenden Jahr in den Ruhestand treten. Er äussert sich über seine Beweggründe, seine Pläne und den Niedergang des Fussballs in seiner englischen Heimatstadt Nottingham. 

Thomas Griesser Kym
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Helvetia-Finanzchef Paul Norton.

Helvetia-Finanzchef Paul Norton.

Bild: pd

Sie verabschieden sich im jungen Alter. Wieso die Eile?

In der Helvetia-Konzernleitung ist normalerweise spätestens mit 62 Schluss. Einige andere Kollegen sind aber auch mit 60 in Pension gegangen. Ich dachte mir, ein Rücktritt zwischen 60 und 62 wäre gut. Zudem beginnt 2021 eine neue Strategieperiode. Dann ist es gut, wenn ein neuer Finanzchef im Amt ist.

Respektive eine Finanzchefin. Ihr Urteil, dass mit Annelis Lüscher Hämmerli eine Frau den Posten übernimmt?

In erster Linie ist es wichtig, dass Helvetia die richtige Person bekommt. Und nach allem, was ich von Frau Lüscher weiss, ist sie die Richtige. Aber es ist auch ein guter Schritt in Richtung Diversität in der Konzernleitung.

Sie sind bis Ende September Finanzchef, bleiben aber noch bis August 2021 bei Helvetia. Wozu?

Einerseits zur Einarbeitung meiner Nachfolgerin. Andererseits für Spezialaufgaben: Die Vorbereitung auf den neuen und sehr komplexen Rechnungslegungsstandard IFRS 17 sowie die Integration des akquirierten spanischen Versicherers Caser.

Was kommt danach?

Ich bin offen für Mandate in Verwaltungsräten, Stiftungen oder Wohlfahrtsorganisationen. Und ich möchte mir mehr Zeit nehmen für meine Frau und mich. Wir haben ein Ferienhaus in den Bergen und wollen mehr reisen. Wir bleiben in der Schweiz, werden aber auch unsere Familien in England öfter besuchen.

Sie kommen aus der Stadt mit den renommierten Fussballklubs Nottingham Forest und Notts County. Seit Jahren spielen diese aber in unteren Ligen. Was läuft falsch?

Notts ist ein relativ kleiner Klub. Und Forest, das ich unterstütze, das ist eine traurige Geschichte: Falsche Eigentümer, falsch investiert, viele Trainerwechsel. Mit dem aktuellen Eigner und dem jetzigen Trainer scheint es aber wieder aufwärtszugehen.