Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

A380: Superjumbo ist gerettet

Aufatmen bei Airbus: Die Golfairline Emirates bestellt weitere 36 Riesenmaschinen. Der europäische Flugzeugbauer bewahrt damit sein Vorzeigemodell vor dem Absturz.
Stefan Brändle, Paris
Triebwerke eines Airbus-Superjumbos A380. (Bild: Airbus/Hervé Goussé)

Triebwerke eines Airbus-Superjumbos A380. (Bild: Airbus/Hervé Goussé)

Stefan Brändle, Paris

Happy End für John Leahy: Der in Pension gehende Verkaufsleiter von Airbus beschliesst seine über 30-jährige Karriere bei dem europäischen Flugzeugbauer mit einem Bravourstück. In Dubai konnte er gestern kundtun, dass die Fluggesellschaft Emirates 36 A380-Maschinen bestellt. Der Auftrag im ­offiziellen Wert von 16 Milliarden Dollar – abzüglich der handels­üblichen Mengenrabatte – teilt sich in 20 Festbestellungen und 16 Optionen. Die A380-Produktion ist damit für mindestens ein halbes Jahrzehnt gesichert.

Anfang Woche hatte der ebenfalls abtretende Airbus-Generaldirektor Fabrice Brégier ankündigen müssen, dass pro Jahr nur noch sechs A380 aus der Endmontage in Toulouse rollen würden. Und Leahy fügte mit steinerner Miene an, dass die Produktion ganz eingestellt werde, «wenn Hauptkunde Emirates keine neuen Flugzeuge bestellt».

Nachträglich erweist sich dieser Wink als letzter Bluff in einer monatelangen Pokerpartie. Emirates-Direktor Tim Clark, der in einem Jahrzehnt fast die Hälfte aller 222 ausgelieferten A380 gekauft hat, versuchte Airbus zu einer Renovation des A380-Programms zu überreden. Doch Airbus-Chef Tom Enders erachtet die Ausrüstung des Doppeldeck-Flugzeugs mit neuen Motoren für zu kostspielig. Im November zahlten es ihm die Gastgeber der Airshow in Dubai heim – und bestellten keine A380, sondern gingen beim Konkurrenten Boeing auf Einkaufstour. Von Airbus verlangte Clark, dass die Produktion des A380 für zehn Jahre garantiert werde – worauf Leahy unverhohlen mit dem kompletten Aus der Fertigung drohte.

Bluff oder nicht – Emirates ist nun darauf eingegangen. Als guter Gewinner gab Leahy generös die «Zusage, den A380 noch mindestens zehn Jahre lang zu produzieren». Womit auch Clark sein Gesicht gewahrt hat – und Airbus auf den Totalumbau des Riesenflugzeugs mit neuen Triebwerken verzichten kann.

Einfach kein Verkaufsschlager

Für die Europäer ist der Coup doppelt wichtig. Nach einem ganzen Jahr ohne Bestellung fliegt der A380 einer mittelfristig ge­sicherten Zukunft entgegen. Das freut und betrifft alle 134000 Airbus-Mitarbeiter, ist doch der Superjumbo, der 12 Milliarden Euro an Entwicklungskosten verschlang, ein wichtiger Bestandteil der Airbus-Modellpalette. Das Ausbleiben von A380-Aufträgen hatte am Montag gar die Ankündigung überschattet, dass Airbus 2017 mit 1109 Bestellungen einen Jahresrekord weit vor Boeing (912 Order) erzielt hat.

Mit dem unerwarteten Milliardenauftrag für den A380 kann Leahy nicht seinen grössten, aber wohl wichtigsten Erfolg feiern. Paradoxerweise schaffte er es als Amerikaner, das Monopol von Boeing in der internationalen Luftfahrt zu brechen und den europäischen Herausforderer Airbus von einem Marktanteil von 20 Prozent im Jahr 1985 auf 50 Prozent hochzutreiben. Am Gesamterfolg des europäischen Konsortiums hat Leahy wohl mehr Anteil als so mancher Airbus-Chef der letzten Dekaden.

Für den A380 bleibt 2017 allerdings ein schwarzes Jahr ohne einzige Bestellung. Der Superjumbo mit 500 bis 800 Sitzen ist einfach kein Verkaufsschlager. Kleinere Airbus- und Boeing-Modelle wie der A350 oder die B777 sind heute gefragter. Das kann sich mit steigenden Ölpreisen wieder ändern. Der A380 werde bis «weit in die 2030er-Jahre gebaut» werden, zeigte sich Leahy gestern überzeugt. Aber nur, wenn sein Nachfolger Eric Schulz ab kommendem Monat ebenso gute Arbeit leistet wie Leahy.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.