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60 Millionen Franken für Rabatte und mehr Sparbillette: SBB wollen mit Charme-Offensive Kunden besänftigen

In diesen Tagen erhalten alle Inhaber eines Generalabos eine Gutschrift von bis zu 100 Franken für die nächste Rechnung. Wer Glück hat, ergattert einen Rabatt-Gutschein für den Speisewagen.
Andreas Möckli
Die Geduld der SBB-Kunden wurde in diesem Jahr mit Verspätungen und Zugsausfällen strapaziert. Das Unternehmen will sich nun mit Gutschriften und Rabatten erkenntlich zeigen. (Bild: Ennio Leanza/Keystone)

Die Geduld der SBB-Kunden wurde in diesem Jahr mit Verspätungen und Zugsausfällen strapaziert. Das Unternehmen will sich nun mit Gutschriften und Rabatten erkenntlich zeigen. (Bild: Ennio Leanza/Keystone)

Für viele dürfte der Brief eine angenehme Überraschung darstellen. Wer ein Generalabo der SBB besitzt, erhält für die nächste Rechnung eine Gutschrift. Für Inhaber eines GA der 1. Klasse sind es 100 Franken, jene mit einem Abo der 2. Klasse bekommen 50 Franken. Dies teilen die SBB in diesen Tagen in einem Schreiben an ihre Stammkunden mit.

Angekündigt haben die SBB diesen Schritt bereits Anfang September. Da aber an diesem Tag gleichzeitig der Rücktritt von Chef Andreas Meyer bekannt wurde, verkam diese Neuigkeit zur Randnotiz.

Die Gutschrift sei als Dank für die Geduld in einem «betrieblich anspruchsvollen Jahr» zu werten, teilen die SBB mit. Im Brief an die Kunden werden explizit die vermehrte Bautätigkeit sowie die zahlreichen Grossveranstaltungen mit über 1900 Extrazügen erwähnt. Zudem spricht das Unternehmen die «noch nicht vollumfänglich betriebsfähigen» Fernverkehrs-Doppelstockzüge von Bombardier an. Um den Kunden den gewünschten Service zu bieten, benötigten die SBB mehr Lokführer, Kundenbegleiterinnen und weiteres Personal. «Dies ist uns leider nicht immer gelungen», schreiben die SBB.

Und weiter: «Dass Sie dies zum Beispiel beim Einsatz eines Ersatzzuges oder bei einem Zugsausfall direkt zu spüren bekamen, ist uns bewusst.» Die SBB setzten deshalb alles daran, um die Kunden künftig wieder wie gewohnt zu bedienen. Eine explizite Entschuldigung kommt im Brief dagegen nicht vor. Das Schreiben endet mit einem Versprechen:

«Mit grossem Engagement arbeiten wir daran, Ihre Erwartungen zu erfüllen, und investieren zusätzlich in die Sauberkeit sowie mehr Präsenz von Personal in Zügen und an Bahnhöfen.»

60 Millionen für zufriedenere Kunden

Die Organisation Pro Bahn lobt den Schritt der SBB. «Wir finden das eine gute Sache», sagt Präsidentin Karin Blättler. Angesichts der zahlreichen Probleme in den vergangenen Monaten sei dies das richtige Zeichen. «Wir begrüssen, dass der Betrag an die nächste Rechnung angerechnet wird.» Dabei stelle sich die Frage, was mit jenen GA-Inhabern passiere, die ihr Abo nicht verlängerten. Diese müssten den Betrag ausbezahlt erhalten, sagt Blättler. Laut den SBB erhalten all jene eine Gutschrift, die per 15. Oktober im Besitz eines gültigen GA waren.

Insgesamt geben die SBB rund 60 Millionen Franken aus, um die Kunden milde zu stimmen. Allein die Gutschrift für die GA-Inhaber kostet rund 32 Millionen Franken. Hinzu kommen 20 Millionen Franken, welche die SBB zusätzlich für Sparbillette auslegt. Schliesslich will das Unternehmen 8 Millionen Franken mehr als geplant etwa für die Sauberkeit von Zügen, Spezialangebote in Speisewagen und für Schulreisen investieren.

Im Betrag von 60 Millionen Franken nicht enthalten sind die Vergünstigungen für die Halbtax-Abonnenten. Diesen wurden im August 15 Franken auf das Kundenkonto gutgeschrieben, was weitere 39 Millionen Franken kostete.

Auch im Speisewagen wird es temporär günstiger

Doch damit nicht genug. Eine Rabatt-Offensive haben die SBB in den Speisewagen gestartet, wie das Onlineportal «Watson» berichtet. So gibt es etwa bis Ende Jahr jeden Montag 50 Prozent Rabatt auf alle Speisen und Getränke, Alkohol ist davon jedoch ausgenommen. Zudem verteilen die SBB noch bis Ende Monat Gutscheine in verschiedenen Zügen, etwa ab Basel, Zürich oder St. Gallen. Mit diesen Aktionen wollen sich die SBB bei sämtlichen Kunden bedanken, wie eine Sprecherin sagt.

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