30 bis 50 Züge: Stadler kommt mit Italien ins Geschäft

Der Ostschweizer Schienenfahrzeughersteller Stadler liefert dieselelektrische Züge für den Regionalverkehr in der Lombardei. Die erste Tranche von 30 Fahrzeugen ist 220 Millionen Franken wert.  

Thomas Griesser Kym
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Visualisierung der Stadler-Züge für den Regionalverkehr in der Lombardei. (Bild: PD

Visualisierung der Stadler-Züge für den Regionalverkehr in der Lombardei. (Bild: PD

Der Auftrag für Stadler ist Teil eines Beschaffungsprogramms für neue Züge, das mit 1,6 Milliarden Euro aus der norditalienischen Region Lombardei finanziert wird. In dessen Rahmen hat die börsenkotierte Verkehrsgesellschaft FNM, die mehrheitlich von der Lombardei kontrolliert ist, vergangenes Jahr eine Ausschreibung angekündigt. Diese hat Stadler nun gewonnen und mit FNM einen Rahmenvertrag unterzeichnet.

Dieser Vertrag hat eine Laufzeit von acht Jahren und sieht vor, dass bei Stadler mindestens 30 und maximal 50 Züge des Typs Flirt bestellt werden. Die Mindestbestellmenge ist bereit erreicht: Zeitgleich mit der Unterzeichnung des Rahmenvertrags hat die FNM-Tochtergesellschaft Ferrovienord bei Stadler 30 Züge geordert. Deren Wert beträgt 191,85 Millionen Euro (220 Millionen Franken).  

Der Vorteil rascher Beschleunigung

Bei den Fahrzeugen handelt es sich um dieselelektrische Züge, die auf nicht elektrifizierten Strecken eingesetzt werden sollen. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 140 km/h. Vorgesehen ist, dass Stadler die ersten Züge im Jahr 2021 liefert sowie den planmässigen Wartungsdienst der ersten Stufe und die Instandsetzung im Falle von Vandalismus oder Unfällen vornimmt.  

Ferrovienord betreibt ein Eisenbahnnetz von 331 Kilometern Länge und 124 Bahnhöfen mit fünf Linien in den lombardischen Provinzen Mailand, Brescia, Como, Monza und Brianza, Novara und Varese. Die neuen Stadler-Züge sollen um 20 Prozent schneller beschleunigen als das alte Rollmaterial und die Fahrzeiten deutlich reduzieren. Das sei für die Lombardei, in der viele Stationen dicht beieinander liegen, von grossem Vorteil. Auch punkto Umweltbelastung (30 Prozent weniger Treibstoffverbrauch) und Komfort für die Passagiere sind die Züge fortschrittlich.

Kooperation mit renommierten Designstudios

Jeder Zug besteht aus drei Wagen, ist 66,8 Meter lang und bietet Platz für 328 Fahrgäste, davon 168 auf Sitzplätzen. Ferrovienord befördert täglich 750'000 Passagiere. Für das Design der Züge hat Stadler laut Gruppenchef Thomas Ahlburg mit den Studios von Giugiaro Architettura und Nose Design Experience zusammengearbeitet.