17,8 Millionen für Wegelin- Whistleblower

Renzo Ruf, Washington
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Belohnung Der Kampf hat sich gelohnt: Das deutsche Ehepaar, das 2010 eine wichtige Rolle beim Untergang der St. Galler Privatbank Wegelin spielte, bekommt eine Belohnung von gut 17,8 Millionen Dollar. Dies steht nun fest, nachdem das US-Justizministerium und die US-Steuerbehörde IRS eine Berufung gegen ein Urteil des höchsten Steuer­gerichts der USA von 2016 zurückgezogen haben. Stefan und Kathrin Seuss waren Wegelin-Kunden, die in Amerika in Konflikt mit der Justiz gerieten. Stefan Seuss, ein Steueranwalt, ging deshalb einen Deal mit den Ermittlungsbehörden ein, und Kathrin Seuss half mit, den Wegelin-Banker D. S. unter Vorspiegelung falscher Tatsachen nach Miami in Florida zu locken. Dort wurde der Schweizer Banker festgenommen. In der Folge packte er über das Geschäftsmodell Wegelins aus. 2013 gab Wegelin vor einem New Yorker Bundesgericht zu, amerikanischen Steuerzahlern bei der Hintergehung des Fiskus geholfen zu haben, und legte ein Schuldeingeständnis ab.

Das Ehepaar Seuss wiederum beharrte darauf, dass bei der Berechnung ihrer Belohnung nicht nur jene 20 Millionen Dollar berücksichtigt werden, die Wegelin den USA für die mutmasslich entgangenen Steuereinnahmen zahlen musste, sondern auch die weiteren gut 54 Millionen Dollar als Teil der Wegelin-Gesamtstrafe von gut 74 Millionen. Diese gut 54 Millionen setzten sich zusammen aus einer Busse in Höhe von 22,05 Millionen, aus 16,3 Millionen, welche die US-Justiz im Verlauf des Verfahrens auf Wegelins Korrespondenzkonto bei der UBS in den USA konfisziert hatte, und aus den Gewinnen von 15,8 Millionen, die Wegelin zwischen 2002 und 2010 mit US-Kunden eingefahren hatte. In einer Stellungnahme sprachen die Anwälte des Ehepaars Seuss von einem wichtigen Sieg für Whistleblower.

Renzo Ruf, Washington