155 Millionen für Notenstein

Heftig wurde spekuliert über den Preis, den Raiffeisen für das Nicht-US-Geschäft der St. Galler Privatbank Wegelin gezahlt hatte. Von 400 bis 600 Mio. Fr. war in der Fachpresse nach der Blitz-Übernahme Ende Januar dieses Jahres zu lesen.

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Heftig wurde spekuliert über den Preis, den Raiffeisen für das Nicht-US-Geschäft der St. Galler Privatbank Wegelin gezahlt hatte. Von 400 bis 600 Mio. Fr. war in der Fachpresse nach der Blitz-Übernahme Ende Januar dieses Jahres zu lesen. Gestern nannte Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz erstmals Zahlen zum Kaufpreis der heutigen Notenstein-Privatbank – und diese liegen weit unter diesen Schätzungen. Gegen 155 Mio. Fr. hat Raiffeisen demnach für Notenstein bezahlt. Wie Vincenz sagte, hatte Raiffeisen für die Bank einen Preis bezahlt, der 0,75% der verwalteten Vermögen per Juni 2012 entsprach; das waren bei Notenstein 20,8 Mrd. Franken.

Mit der Entwicklung der Privatbanken-Tochter zeigt sich Vincenz zufrieden. In den ersten Monaten seien die Analyse des Geschäfts und die Strukturierung der neuen Führungsgremien im Vordergrund gestanden. Die Bank werde auch künftig «eigenständig» weiterentwickelt. Dabei stehe das grenzüberschreitende Geschäft in rund einem «Dutzend ausgewählten Märkten» im Vordergrund. Zwar seien nach der Übernahme aus verschiedenen Gründen gegen 1 Mrd. Fr. von der Privatbank abgezogen worden. Inzwischen habe sich die Entwicklung jedoch stabilisiert, und Notenstein verzeichne wieder einen «moderaten Neugeldzufluss».

Weiter sagte Vincenz, Notenstein habe Vermögenswerte und Substanz in die Raiffeisen-Gruppe eingebracht und trage erfolgreich dazu bei, die Abhängigkeit vom Zinsengeschäft zu reduzieren. So sank der Anteil des Zinsengeschäfts am Betriebsertrag von 83% auf 76% – kein Quantensprung, aber ein «Schritt in die richtige Richtung». Raiffeisens Kerngeschäft bleibe aber nach wie vor das klassische Retailgeschäft. (du)