Ratgeber Gesundheit

Wann ist es Zeit für eine Prostata-Untersuchung?

Mein Bruder hat kürzlich die Prostatakrebsdiagnose erhalten. Nach dem ersten Schock sind nun einige Fragen für mich aufgetaucht. Sollte ich (46) nun auch zur Vorsorgeuntersuchung gehen? Herr M. B. aus U.

med. pract. Livio Nowak, Assistenzarzt Urologie, Kantonsspital Aarau
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Gesundheit Aargau

Das Prostatakarzinom ist die häufigste Krebsdiagnose bei Männern. Eine Vorsorgeuntersuchung mittels klinischer Untersuchung (Abtastung der Prostata) sowie Kontrolle des Blutwertes PSA (Prostata Spezifisches Antigen) wird ab dem 50. Lebensjahr empfohlen, bei familiärer Belastung ab dem 45. Lebensjahr.
Da der PSA-Wert durch verschiedene Faktoren (Prostatagrösse, Entzündung, Medikamente, Sport) beeinflusst wird, ist es schwierig, einen Normwert für alle Männer zu definieren. In der Regel gilt ein Wert ab 3μ/l als abklärungsbedürftig, wobei bei auffälliger klinischer Untersuchung bereits bei tieferen Werten eine Abklärung indiziert sein kann. Sollte die Untersuchung beim Hausarzt eine Abweichung zeigen, ist eine weitere Differenzierung bei einem Facharzt für Urologie angezeigt. Dieser kann dann die genaue Ursache des erhöhten PSA-Wertes abklären.

Bei uns am Prostatazentrum des Kantonsspital Aarau (KSA) erfolgt dies unter Zuhilfenahme der «Prostate Check App». Mittels dieser App können auch persönliche Risikofaktoren wie zum Beispiel eine familiäre Belastung berücksichtigt werden. Sollte sich anhand der Befunde ein relevantes Risiko für ein Prostatakarzinom ergeben, wird Ihnen die Urologin oder der Urologe eine weitere Abklärung empfehlen. Diese erfolgt dann in einem ersten Schritt mittels MRI der Prostata.