Stadttheater
Traumtrio kommt ins Langenthaler Stadttheater

Reto Lang zieht eine positive Bilanz über die vergangene Saison. Die Zuschauerzahlen haben zugenommen. Der Leiter des Stadttheaters Langenthal blickt ebenfalls in die Saison 2011/12. Ein Highlight wartet: Drei Schweizer Kulturgüter treten auf.

Urs Byland
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Emil Steinberger, Mummenschanz und Dimitri

Emil Steinberger, Mummenschanz und Dimitri

AZ

Eine Zunahme um 5,1 Prozent bei der Zuschauerzahl im Stadttheater Langenthal konnte Theaterleiter Reto Lang gestern bekannt geben. Im Vergleich zum Vorjahr konnten beinahe 700 Eintritte mehr verbucht werden, dies aber bei einer Zunahme der Anlässe von 76 im Vorjahr auf 80 in der abgelaufenen Saison. In der kommenden Saison könnte sich die Anzahl der Anlässe auf 85 steigern, wenn das Chrämerhuus ebenso viele Filmnächte (31) wie in den beiden vergangenen Saisons organisiert.

Mit dieser Anzahl von Anlässen sei aber das Ende der Fahnenstange erreicht. Bei gleichbleibendem Budget sei nicht mehr machbar, erklärt Lang, der Ende Juni seit drei Jahren als Theaterleiter wirkt. Bemerkt habe er dies beim Budget für das Putzen. «Bei mehr Anlässen muss auch mehr geputzt werden. Plötzlich lagen wir in diesem Bereich über Budget.» Vieles sei auch nur möglich zu realisieren, weil er ein breites Kontaktnetz zu Kulturveranstaltern und Künstlern habe.

Dennoch strebe er weiter eine Öffnung des Stadttheaters an. Bisher versuchte er dies in erster Linie mit einem breiteren Angebot an Veranstaltungen sowie mehr Aufführungen und Anlässen. Markant gelang diese Steigerung auch wegen den Filmnächten.

Direkter Kontakt suchen

Gelungen sei aber auch ein Ausbau der kulturellen Nutzung durch Theaterkurse oder den Ausbau von Kooperationen. Auch qualitativ seien Anstrengungen unternommen worden. So arbeite er nicht nur mit Agenturen zusammen sondern suche oft den direkten Kontakt zu den Produzierenden. Neue Theaterensembles kommen nach Langenthal, oder es werden extra für das Stadttheater Spezialangebote geschaffen. Reto Lang nennt für die kommende Saison die Eröffnung als Beispiel.

Dann findet die Premiere einer burlesken Oper von Paul Burkhard statt. «Spiegel, das Kätzchen» lautet der Titel nach Gottfried Kellers gleichnamiger Novelle. In der Schauspielerrolle ist Hanspeter Müller-Drossaart zu sehen. Das Ganze sei eine Kooperation mit Winterthur und nur an diesen beiden Orten zu sehen.

Mehr Zunahmen bei Fremdeveranstaltungen

Betrachtet man die Zahlen zur vergangenen Saison im Detail, sieht man, dass nicht alles so funktionierte, wie sich dies der Theaterleiter anfangs Saison gewünscht hatte. So wurde zwar die Anzahl der Eigenveranstaltungen um fünf auf 35 erhöht. Aber die Anzahl der Zuschauer ging um 300 zurück. Anders ausgedrückt sank der Schnitt im Vergleich der abgelaufenen Saison mit der Vorsaison bei den Eigenveranstaltungen massiv von 304 auf 252 Zuschauerinnen und Zuschauer pro Anlass.

Die anfangs erwähnte Zunahme ist also vor allem auf die gestiegene Besucherzahl der Fremdveranstaltungen zurückzuführen. Dort lag der Schnitt bei 395 Besuchern pro Anlass. Insbesondere bei den drei ausgewählten Opern, so Reto Lang, sei der Zuschauerzuspruch letzte Saison stark zurückgegangen.

Entsprechend publikumsfreundlich hat die Theaterkommission zusammen mit Theaterleiter Reto Lang das Programm 2011/2012 ausgestaltet. Dies ist nicht nur am Auftritt der drei grossen Schweizer Kulturgüter Emil, Dimitri und Mummenschanz ablesbar. Bei den Opern wurden die zugkräftigen «Fidelio», «Madame Butterfly» sowie «Zar und Zimmermann» ausgewählt, und bei den Musicals darf
sich das Langenthaler Publikum an den bekannten «Hair» und «Cabaret» erfreuen.

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