Interview

Toni Brühlmann-Jecklin: «Die Stadt verliert mit der ‹NZZ› ein Aushängeschild»

Am Montag teilte die NZZ-Mediengruppe die Schliessung des Druckzentrums in Schlieren mit. Damit verlieren 125 Angestellte voraussichtlich ihre Arbeit. Der Verlust hat aber noch eine andere Komponente, sagt Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin.

Florian Niedermann
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Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin im Interview zur Schliessung des NZZ-Druckzentrums in Schlieren.

Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin im Interview zur Schliessung des NZZ-Druckzentrums in Schlieren.

zvg

Herr Brühlmann, am Dienstag liess die NZZ-Mediengruppe verlauten, dass sie ihr Druckzentrum in Schlieren auf Ende Juni 2015 schliessen möchte. Was bedeutet das für die Stadt?

Toni Brühlmann-Jecklin: Konkret bedeutet dies, dass 125 Arbeitsplätze verloren gehen. Das ist nicht einfach, vor allem für die Angestellten, die sich nun neu orientieren müssen. Und dann bedauern wir auch, dass die «NZZ» als Firma mit Weltruf Schlieren zu verlassen gedenkt.

Wie gross ist dieser Verlust?

Wir waren immer sehr stolz, dass die «NZZ» in Schlieren ihre Druckerei angesiedelt hat: Dass diese Zeitung mit grosser Tradition hier hergestellt wird. Das repräsentative Gebäude zwischen der Zürcherstrasse und den SBB-Gleisen ist auch ein Aushängeschild. Wenn der «NZZ»-Schriftzug nun verschwinden sollte, ist das ein Verlust für die Stadt.

Die Geschäftsleitung will das Gebäude und die Druckmaschinen darin verkaufen. Hat der Schlieremer Stadtrat bereits eine Vision, was mit dem Areal geschehen soll?

Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich dazu noch nichts sagen. Wir wurden vom Entscheid der «NZZ» überrascht und konnten uns daher im Vorfeld noch nicht mit der Frage beschäftigen, was mit dem Bau geschehen könnte. Wir werden uns aber sicher damit auseinandersetzen müssen, wenn es tatsächlich dazu kommt, dass die Infrastruktur zum Verkauf steht.

Sie sprechen im Konjunktiv. Versuchen Sie die «NZZ» noch umzustimmen?

Wir werden mit der Geschäftsleitung der «NZZ» sicher Gespräche führen. Dies ist auch bereits so abgemacht. Wir wollen uns vertieft darüber informieren lassen, welche Beweggründe zu diesem Entscheid geführt haben und wie das weitere Vorgehen aussieht.

Besteht denn überhaupt noch Hoffnung, dass sich die Geschäftsleitung umstimmen lässt?

Einen solchen Schritt beschliesst man nicht leichtfertig. Die Chancen stehen deshalb denkbar schlecht. Aber unser Ziel ist es sicher, dass die «NZZ» in Schlieren bleibt.