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Rektor der Kantonsschule Limmattal: «Wir wollen die Schülerschaft nicht überfordern»

An der Kantonsschule Limmattal in Urdorf und am Bildungszentrum Limmattal in Dietikon sind keine Schüler mehr zu finden. Die Verantwortlichen sind nun gefordert, das Lernen von zuhause aus zu ermöglichen.

Sibylle Egloff, Alex Rudolf
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Kaum was los im Gebäude der Kanti Limmattal: Gymnasiastinnen und Gymnasiasten arbeiten fortan von zuhause aus.

Kaum was los im Gebäude der Kanti Limmattal: Gymnasiastinnen und Gymnasiasten arbeiten fortan von zuhause aus.

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Die Gänge der Kantonsschule Limmattal in Urdorf blieben gestern beinahe leer. Neben dem Hausdienst und der Administration waren die Schulleitung und die Lehrerschaft anwesend, um Pläne für den Unterricht der kommenden vier Wochen zu schmieden.

Diese wurden am frühen Nachmittag einer Gruppe von rund 40 Klassenlehrpersonen präsentiert. «Ab Mittwoch werden wir unseren Schulbetrieb im Fernunterricht-Modus führen», sagte Rektor Werner De Luca. Als ersten Schritt trug er den Klassenlehrern auf, bis heute Mittag abzuklären, ob alle Schüler über einen Computer-Arbeitsplatz in ihrem Zuhause verfügen. «Jenen, bei denen dies nicht der Fall ist, versuchen wir entsprechende Infrastruktur zur Verfügung zu stellen», hiess es weiter. Darüber hinaus wird die Kantonsschule auf den 45-Minuten-Takt verzichten und die Lerneinheiten in Halbtage unterteilen. Für jede Schulstufe von der ersten bis zur sechsten Gymnasialklasse erstellte die Schulleitung einen Schlüssel, welche Fächer an wie vielen Halbtagen pro Woche im Lehrplan vorkommen müssen. Die verschiedenen Fachlehrpersonen erteilen ihren Klassen anschliessend Aufträge, die innert eines halben Tages, also in zwischen zwei und vier Stunden, erledigt werden können. Dazu stehen verschiedene Tools zur Verfügung.

Freifächer und Musikunterricht entfallen

«Wie sich dieser Unterricht genau ausgestalten wird, entscheiden die Fachkräfte. Es liegt in ihrem Ermessen, ob sie beispielsweise via E-Mail oder Microsoft Teams verteilt werden», so De Luca. «Wir befinden uns in einer ausserordentlichen Situation, die noch niemand von uns erlebt hat», fügte er an. Der Unterricht in den Freifächern sowie bei den Instrumenten findet im Moment nicht statt. Auch der Sportunterricht entfällt in seiner gewohnten Form, doch können die Schüler angehalten werden, rund zwei Stunden pro Woche sportlich aktiv zu sein.

«Hier bei uns in der Schule werden bis auf die Maturitätsprüfungen sowie die zentralen Aufnahmeprüfungen keine schriftlichen Prüfungen durchgeführt», hiess es weiter. Was die Promotion in die nächste Stufe angeht, wird Flexibilität notwendig sein. «Die Schülerschaft soll in dieser speziellen Zeit gefordert sein, gleichzeitig ist es uns ein wichtiges Anliegen, die Schüler nicht mit zu vielen Aufgaben zu überfordern», mahnte De Luca.

Auch das Bildungszentrum Limmattal ist bereit

Das Bildungszentrum Limmattal in Dietikon ist für den Fernunterricht gut gerüstet, wie Rektorin Claudia Hug auf Anfrage mitteilt. «Wir werden verstärkt auf die Plattform Microsoft Teams und unser Online-Learning-Management-System setzen», sagt Hug. Das stelle keine grosse Umstellung für die rund 1200 Lernenden dar. Die angehenden Logistikerinnen und Logistiker sowie Maschinenbauerinnen und Maschinenbauer arbeiteten bereits selbstständig und selbstverantwortlich. «Auf der schulinternen Plattform erstellen sie verschiedene Lernprodukte wie etwa Filme, Podcasts oder Präsentationen. Diese sind Leistungsnachweise und ersetzen Prüfungen», erklärt Hug. Der persönliche Kontakt zu den Lehrkräften und Klassenkameraden finde über die Plattform Microsoft Teams statt. «Die Lehrpersonen können über das Portal mit den Lernenden kommunizieren, Lernvideos verschicken und Videokonferenzen halten.»

Die Berufsfachschule bestehe darauf, dass sich die Lernenden strikte an diese Vorgehensweisen halten würden. «Sie sollen nicht das Gefühl haben, dass nun Ferien herrschen. Wir fixieren morgens genaue Uhrzeiten, wann sich alle in der Plattform einloggen müssen und online mit uns verbunden sind», sagt Hug. Die Lehrperson definiere die Fixpunkte und Ziele des Tages. «Das wird alles sehr strukturiert laufen.» Die Rektorin ist überzeugt, dass der Fernunterricht gut über die Bühne gehen wird. «Ich bin zuversichtlich, da wir im Bereich Digitalisierung bereits sehr viel Vorarbeit geleistet haben. Unsere Lernenden können selbstverantwortlich arbeiten, egal an welchem Ort.» Die Lernenden hätten bereits Homeoffice gemacht, jedoch noch nie über so einen langen Zeitraum.

Die Schulleitung und die Schulverwaltung des Bildungszentrums bleiben vorerst vor Ort. «So können wir bei neuen Anordnungen schneller reagieren», sagt Hug. Nichtsdestotrotz würden nicht zu viele Personen im Büro sein. «Wer einen langen Weg mit den ÖV zurücklegen muss, kann auch von zuhause aus arbeiten.» Zudem seien auch Lehrpersonen angehalten, Sitzungen per Videokonferenz zu führen.