Meinung

Nur noch 5 statt 7 Schlieremer Stadträte? Dahinter steckt eine viel grössere Frage

David Egger
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Die FDP schlägt eine Verkleinerung des Schlieremer Stadtrats vor.

Die FDP schlägt eine Verkleinerung des Schlieremer Stadtrats vor.

Limmattaler Zeitung

Welche zwei ihr nicht genehme Stadträte will die FDP abschiessen? Das könnte sich das Schlieremer Volk bei der Motion fragen, mit der Markus Weiersmüller eine Verkleinerung des Stadtrats von 7 auf 5 Personen fordert. Doch so einfach oder so amerikanisiert ist die lokale Politik eben nicht.

Vielmehr stösst die Motion eine wichtige Diskussion an, die alle im Limmattal führen, geführt haben
oder noch führen werden. Die Frage: Was ist die richtige politische Struktur für ein Gebiet? Und wenn sich dieses Gebiet stark verändert – zum Beispiel durch starkes Wachstum –, sollte sich dann nicht auch die politische Struktur stark verändern? So wie 1958 und 1974, als Dietikon und Schlieren Parlamentsgemeinden wurden.

Für die AL ist schon lange klar, dass Dietikon und Schlieren Zürcher Stadtkreise werden sollen. Zuletzt scheiterten solche Vorstösse 2016. Und 2017 lehnte es das Dietiker Parlament ab, die Schulpflege von 17 auf 7 Sitze zu reduzieren. Andere Reformen haben Erfolg: Immer mehr Dörfer legen ihre Schulgemeinde und politische Gemeinde zusammen, zuletzt Unterengstringen per 2018. Urdorf und Uitikon stimmen 2021 ab.

Der Vorschlag, den Schlieremer Stadtrat um zwei Sitze auf fünf zu reduzieren, ist im Vergleich alles andere als radikal. Die Diskussion über die Idee ist wichtig. Die Reduktion wäre auch eine Chance für die Parteien, sich die Kandidatensuche zu vereinfachen. Oder treten 2022 alle Bisherigen wieder an und neu Kandidierende stehen Schlange? Ob fünf oder sieben: Es sollten die besten sein.