Corona-Virus

Neue Verordnung des Bundesrats: Kitas bleiben offen, Kinder sollen aber möglichst zuhause bleiben

«Bleiben sie zu Hause, soweit das möglich ist, vermeiden sie Kontakt mit anderen Personen», sagte Bundesrat Alain Berset (SP) an der Medienkonferenz gestern. Obwohl auch die Limmattaler Kitas geöffnet bleiben, sollen die Kinder wenn möglich bei den Eltern bleiben.

Lydia Lippuner
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Kitas sollen meist offen bleiben: Denn für Kinder, die nicht privat betreut werden können, müssen die Kantone für die notwendigen Betreuungsangebote zu sorgen, beschloss der Bundesrat gestern.

Kitas sollen meist offen bleiben: Denn für Kinder, die nicht privat betreut werden können, müssen die Kantone für die notwendigen Betreuungsangebote zu sorgen, beschloss der Bundesrat gestern.

Jakob Ineichen/LZ

Der Bundesrat regelt in der angepassten Verordnung über Massnahmen zur Bekämpfung des Corona-Virus auch die Frage der Kindertagesstätten auf nationaler Ebene. «Bleiben sie zu Hause, soweit das möglich ist, vermeiden sie Kontakt mit anderen Personen», sagte Bundesrat Alain Berset (SP) an der Medienkonferenz gestern. Er appellierte an alle Bevölkerungsgruppen und Generationen, sich an die verordneten Massnahmen zu halten: «Es gibt keine Alternative.»

Auch Kinder sollten wenn immer möglich zuhause bleiben. Für Kinder, die nicht privat betreut werden können, müssen die Kantone für die notwendigen Betreuungsangebote zu sorgen. Das heisst Kindertagesstätten dürfen nur geschlossen werden, wenn andere geeignete Betreuungsangebote bestehen. Die Limmattaler Kitas stellen sich den veränderten Umständen und suchen Strategien, um sich und die Kinder zu schützen:

Dietikon: Eltern betreten Kita-Räume nicht mehr

«Wir erwarten keine Restriktionen von Seiten der Kantone, da diese dazu verpflichtet sind, ein Ersatzangebot aufzustellen, falls sie die private Kinderbetreuungseinrichtungen schliessen möchten», sagt Ursula Zanetti, Medienverantwortliche für die Kindertagesstätte Chinderstern in Dietikon. Falls es strenge Auflagen geben werde, müssten die Eltern künftig ihren Beruf rapportieren. «Die Betreuungsangebote wären dann nur noch für Eltern in Gesundheitsberufen oder mit anderen zwingenden Arbeitsverpflichtungen, welche die Kinderbetreuung nicht anders organisieren können, offen», sagt Zanetti. Weiterhin hätten auch Eltern Zugang, bei denen eine Betreuung nur durch Grosseltern möglich wäre. Normalerweise werden in den zwei Chinderstern-Kitas in Dietikon rund 60 Babys und Kleinkinder von 29 Mitarbeitenden betreut. Gestern Nachmittag sei nur die Hälfte der Kinder erschienen. «Wir rechnen mit einem weiteren Rückgang», sagt Zanetti. Falls die Zahlen dramatisch zurückgehen, müssten sie auf Kurzarbeit umstellen. «Wir probieren jedoch, nach guten Lösungen für unsere Mitarbeiter zu suchen. Insbesondere achten wir so gut wie möglich auf deren Gesundheit», sagt Zanetti. Deshalb betreten die Eltern die Gruppenräume nicht mehr und desinfizieren oder waschen sich und ihren Kindern nach dem Betreten der Kita die Hände.

Urdorf: Mehr lüften und spielen im Garten

In der Kindertagesstätte Bienehuus in Urdorf habe die Gemeinde Urdorf bereits nachgefragt, ob sie auch Notplätze für Kinder von Eltern, die in lebensnotwendigen Jobs arbeiten, anbieten könnte, sagt Theo Gerber, Geschäftsleiter der Kinderkrippe. «Dazu sind wir gerne bereit. Wir möchten alles tun, was unserer Gesellschaft etwas bringt», so Gerber. Die Kindertagesstätte in Urdorf hat 24 Plätze, diese werden von zehn Mitarbeitern betreut. Falls die Anzahl der Plätze abnimmt, wäre Kurzarbeit auch im Bienehuus ein Thema. Damit die Kinder und Betreuerinnen weiterhin gesund bleiben, besteht momentan ein Besuchsverbot für alle. «Zudem lüften wir viel mehr und gehen oft in den grossen Garten», sagt Gerber.

Birmensdorf: Keine Kinder mit Husten in der Kita

«Wir werden die Kita nur noch für Kinder von Leuten geöffnet haben, die unbedingt arbeiten müssen», sagt Daniel Schwenter. Er ist der Leiter der Kita Huetiberg. Diese hat rund 44 Kitaplätze in Birmensdorf, 120 Plätze in Urdorf und weitere 33 in Schlieren. Die Regelung bestehe solange, bis die nächsten Anordnungen kommen. Da viele Eltern im Verkauf oder Spital arbeiten, geht er nicht davon aus, dass der Bedarf einbricht.

Auch wenn der Abstand von zwei Metern in der Kinderbetreuung nicht immer eingehalten werden kann, ist der Schutz des Personals für Schwenter wichtig. Letzte Woche hat er alle über 60-jährigen Betreuerinnen und alle chronisch kranken Mitarbeiter nach Hause geschickt. Zudem achte man nun noch genauer darauf, dass hustende und kranke Kinder sofort von einem Elternteil abgeholt werden.