Industriewelt Aargau

Mit YUMI ungeahnte Ressourcen vereinen

Die digitale Entwicklung fordert Wissen und Können. Die ABB Technikerschule in Baden setzt deshalb in zwei ihrer höheren Bildungsgänge unter anderem den Zweiarm-Roboter YUMI ein.

Isabel Iten
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Die ABB Technikerschule in Baden hat den Blick stets in die Zukunft gerichtet. Seit zwei Jahren hat die Zukunft einen Namen. YUMI, der erste Roboter, der in den Bildungsgängen Systemtechnik und Konstruktionstechnik eingesetzt wird, eröffnet neue Möglichkeiten im Bereich der Kleinteilmontage. Der Zweiarm-Roboter ist für die Schule Gold wert. «Unser Motto ist, von der Praxis für die Praxis», sagt Kurt Rubeli, Schulleiter der ABB Technikerschule in Baden. Zwei YUMIs und ein weiterer Roboter stehen auf fahrbaren Gestellen mitten in einem der hellen Schulungsräume und sind heute noch zu wenig im Einsatz. «Eigentlich könnte YUMI rund um die Uhr pausenlos arbeiten», erwähnt der Schulleiter mit einem Lachen. Der Zweiarm-Roboter bietet mit einzigartigen Funktionen viele neue Automatisierungsmöglichkeiten. Er verfügt über ein Visionssystem, geschickte Greifhände, eine leistungsstarke Steuerung die ununterbrochen die Kraft überwacht sowie eine Lead-Through-Programmier-Technologie. «Das Beste an YUMI ist, dass die Studierenden nach einer Einweisung mit ihm Hand in Hand an verschiedenen Aufgaben arbeiten können. Zurzeit sind zwei Applikationen auf dem Roboter programmiert: ein Zeichnungs- und ein Sortierprogramm», erwähnt Kurt Rubeli.

Aufträge präzis und kollaborativ ausführen

Einer der ersten Studenten, der mit dem YUMI gearbeitet hat, ist Dominique Glaser. «Für mich war es sehr wichtig, während dem Fachstudium das theoretisch gelernte Wissen direkt anwenden zu können, was mit dem YUMI und den verschiedenen anderen Geräten, wie beispielsweise der Basislernplattform ermöglicht wurde» erklärt er. Nach seiner Lehre hatte sich Dominique Glaser für den Bildungsgang Systemtechnik HF entschieden. In seinem Studium beschäftigte er sich mit der Entwicklung, Planung, Konzipierung und Realisierung von ganzheitlichen technischen Produkten, Geräten und Anlagen. Von der ersten Begegnung an hat YUMI den Systemtechniker fasziniert. «YUMI bedeutet nicht nur «you and me – wir arbeiten zusammen», sondern eröffnet für mich unendlich viele neue Möglichkeiten» erläutert er. Seinen Bildungsgang hat Dominique Glaser letztes Jahr erfolgreich abgeschlossen. Auf das vielseitige Programmieren von YUMI wollte er jedoch nicht verzichten. Deshalb arbeitet er heute intensiv am Aufbau einer Smart Factory − einem Leuchtturm projekt der ABB Technikerschule. In der «Smart Factory» können Produkte über einen Webshop bestellt werden. Anschliessend «übersetzt» ein Leitsystem die Bestellung in Anweisungen, die vom YUMI und einem eigens entwickelten Lagersystem verarbeitet werden können, um am Ende das gewünschte Produkt fertig hergestellt zu erhalten. Damit können den Studierenden im Unterricht verschiedene Prozessabläufe sichtbar gemacht werden. Auch der Austausch unter den Studierenden in den verschiedenen Bildungsgängen wird damit zusätzlich gefördert.

Praxisorientierte Ausbildung

«Roboter sind pflichtbewusst, konstant und beschweren sich nie. Sie eignen sich bestens, um langweilige Routineabläufe im Arbeitsprozess der Industrie auszuführen. Sie arbeiten auch dann weiter, wenn wir uns eine Pause gönnen oder nach Hause gehen. In der heutigen Zeit sind laufend neue Innovationen gefragt. Dank den Robotern erhalten wir die Chance, uns auf unsere Kreativität fokussieren zu können. Dies ist nötig, um in der Schweiz mit Qualität, Preis und Leistung marktfähig zu bleiben». Die ABB Technikerschule trägt einen wesentlichen Teil zu einer florierenden Schweizer Wirtschaft bei. An dieser höheren Fachschule werden Studentinnen und Studenten zu begehrten Fachleuten ausgebildet, die mit einem Diplom der ABB Technikerschule bereits praktische Erfahrung und Kompetenz vorweisen können.

#ZeitsprungIndustrie

Das Netzwerk Industriewelt Aargau lancierte in diesem Jahr das Projekt #Zeitsprung– Industrie, das seit September 2019 und noch bis November 2020 läuft. Das Netzwerk Industriewelt Aargau wurde 2018 vom Stadtmuseum Aarau, Museum Aargau,Historischen Museum Baden, Museum Burghalde Lenzburg und von Aargau Tourismus als Verein in Aarau gegründet. Der Aargau nahm schon in der Frühphase der Industrialisierung im 18. und 19. Jahrhundert eine Vorreiter rolle in der Schweiz ein. Das Projekt bringt der Bevölkerung bedeutende industrielle Entwicklungen im Kanton Aargau und die daran beteiligten Firmen näher. Im ganzen Kanton gibt es dazu Ausstellungen,Betriebsführungen,Podiumsdiskussionen sowieT anz-und Theaterproduktionen.

Infos: www.zeitsprungindustrie.ch