Wahrzeichen

Hoffnung fürs Kloster Mariastein: Sogar DJ Antoine will den Wallfahrtsort retten

In der Region Basel gehört das Kloster Mariastein zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten. Rund 250'000 Menschen besuchen den Wallfahrtsort pro Jahr. Ob dies auch in Zukunft der Fall sein wird, steht in den Sternen.

Dimitri Hofer
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Im Kloster Mariastein leben nur noch 17 Benediktinermönche. Ihre Zahl nimmt konstant ab. (Archivbild)

Im Kloster Mariastein leben nur noch 17 Benediktinermönche. Ihre Zahl nimmt konstant ab. (Archivbild)

Roland Schmid

Die Benediktinergemeinschaft, die das Kloster betreibt, wird immer kleiner. Seit Jahrzehnten hat die Gemeinschaft mit Nachwuchsschwierigkeiten zu kämpfen. Aktuell sind es noch 17 Mönche, die auf dem weitläufigen Gelände leben. Geht es so weiter, ereilt das Kloster Mariastein das gleiche Schicksal wie viele andere Klöster in der Schweiz: Es muss seine Tore schliessen.

Um das zu verhindern, sind die Klosterverantwortlichen aktiv geworden. Unter der Leitung des früheren Schweizer Fernsehmoderators Mariano Tschuor wurde das Projekt «Mariastein 2025» ins Leben gerufen. Der Bündner übernahm Anfang dieses Jahres die Projektleitung und ist bis Ende 2025 in einem Teilpensum im Schwarzbubenland angestellt.

Das Kloster muss langfristig überleben können

Ziel ist es, den langfristigen Betrieb des Klosters sicherzustellen. Es entstanden Arbeitsgruppen, die aus Mönchen und Fachpersonen zusammengesetzt sind. Die Gruppen beschäftigen sich mit der Nutzung des Klosterplatzes und der klostereigenen Immobilien sowie dem Angebot in den Bereichen Pastoral und Kultur, Bildung und Begegnung.

Im Zentrum der Bemühungen steht jedoch klar die Zukunft der Benediktinergemeinschaft. «Die Klostergemeinschaft zieht gezielte Massnahmen zur Förderung von Neueintritten in Betracht oder die Zusammenarbeit mit anderen geistlichen Gemeinschaften», erklärt Mariano Tschuor auf Anfrage. Denkbar sei beides oder eine Kombination der beiden Möglichkeiten.
«Um das Kloster in die Zukunft zu führen, könnte man mit der ökumenischen Gemeinschaft aus dem französischen Taizé oder Benediktinern aus anderen Ländern zusammenarbeiten», sagt Tschuor. Als Vorbild könne die Allianz der Dominikanerinnen von Bethanien und der aus Frankreich stammenden ökumenischen Gemeinschaft Chemin Neuf dienen. Die beiden Gemeinschaften führen im Kloster Bethanien in Obwalden ein gemeinsames Gästehaus.

Uni-Rektorin und Star-DJ als Klosterbotschafter

Wann mit konkreten Massnahmen zu rechnen ist, kann Mariano Tschuor noch nicht sagen. Im nächsten Jahr werde man mit der Mittelbeschaffung beginnen. Einiges erhofft er sich von einem 29-köpfigen Patronatskomitee, das hochkarätig besetzt ist. Die Mitglieder des ehrenamtlichen Komitees seien laut Medienmitteilung «Türöffner zu Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft». Dem Komitee gehören neben zahlreichen Politikern auch Personen aus Bereichen an, die man nicht erwarten würde. So sind Uni-Rektorin Andrea Schenker-Wicki und der Musiker DJ Antoine künftig Botschafter des Klosters.

Teil des Komitees ist auch der Solothurner FDP-Nationalrat Kurt Fluri. Auf Anfrage erklärt er: «Ich kenne die Gegend um Mariastein sehr gut und kenne auch die Probleme der Klöster.» Der Wallfahrtsort Mariastein müsse unbedingt erhalten bleiben – sei es als Kloster oder als Kulturstätte.