Lotzwil

Dem Tennisclub liegen (noch) keine Steine im Weg

Keine Opposition gegen das geplante Tenniscenter im «Chilefeld» in Lotzwil

Irmgard Bayard
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Sagt die Bevölkerung am 15. Mai an der Urne Ja, kann das Tenniscenter gebaut werden. Situationsplan zvg

Sagt die Bevölkerung am 15. Mai an der Urne Ja, kann das Tenniscenter gebaut werden. Situationsplan zvg

Solothurner Zeitung

«Wir erhalten das Land nur im Baurecht. Und den Zins können wir sicher bezahlen, denn unser Verein verfügt über 2,2 Millionen Franken Eigenkapital.» Dies hielt Hanspeter Stucker, Präsident des Tennisclubs Langenthal (TCl), an der Orientierungsversammlung in Lotzwil fest. Er stellte das Bauprojekt der Tennisanlage zusammen mit Gemeindepräsident Beat Luder und Architekt Fritz Egli von der Lüscher Egli AG, Langenthal, vor. Der TCL will auf dem Areal im «Chilefeld» die neue Tennisanlage realisieren, für die er in Langenthal keinen Platz findet. Gegen die geplante Anlage im Hard in Langenthal gab es bekanntlich Opposition von verschiedener Seite (das az Langenthaler Tagblatt berichtete).

Gemäss Luder muss der Tennisclub einen Baurechtszins von jährlich rund 28000 Franken bezahlen. «Dieser Betrag wird aufgrund des Landpreises errechnet und jedes Jahr dem Index angepasst», beantwortete er eine Frage aus dem Publikum. Man gehe von 100 Franken pro Quadratmeter aus. «Und was ist, wenn der Club nicht mehr liquid ist? Muss die Gemeinde dann für die Anlage aufkommen?», wollte jemand wissen. Dies könnte auch der Fall sein, wenn das Geld an Gewerbebetriebe abgegeben hätte, entgegnete Luder. Und Stucker ergänzte: «Die Halle, eine geschraubte Konstruktion, kostet 850000 Franken.

Sie könnte also jederzeit verkauft werden.» Das Baurecht wird für 30 Jahre – mit Option auf zweimalige Verlängerung um je 15 Jahre – abgegeben. «Danach geht das Land im heutigen Zustand an die Gemeinde über», erklärte Luder. Einige, vorwiegend ältere Votanten bedauerten, dass man zu früheren Zeiten den Gewerbetreibenden den Kauf oder die Übernahme im Baurecht mit Auflagen erschwert habe. Dies sei nämlich der Grund, weshalb es nie gelungen sei, auf den 9300 Quadratmetern Gewerbezone Betriebe anzusiedeln.

Darauf ging Luder nicht ein, sagte aber: «Sollte wider Erwarten Bedarf entstehen, so stehen in der Gemeinde immer noch 13500 Quadratmeter überbaubares Land zur Verfügung.» Dieses sei allerdings in Privatbesitz.

Kein öffentliches Restaurant

Die geplante Anlage besteht aus vier Aussenplätzen mit Beleuchtung und drei Hallenplätzen mit Teppichbelag. Das Clubhaus, die Garderobenanlage sowie die Betriebsräume befinden sich in der Halle. Der Aufenthaltsraum mit kleiner Küche und Platz für rund 40 Personen sei nicht öffentlich, erklärte Stucker, und lediglich mit einem Getränke- und Snackautomaten ausgerüstet. «Spaziergänger sind aber immer willkommen», betonte der TCL-Präsident. So wie auch die Plätze zu gewissen Zeiten öffentlich seien, «für Privatpersonen wie auch für den Schulsport».

Mit dem ortsansässigen Tennisclub seien ebenfalls bereits Gespräche geführt worden, sagte Stucker. Grossanlässe seien hingegen nicht vorgesehen. «Ich garantiere, dass dort keine grossen Events durchgeführt werden», so Stucker, «ausser zum Beispiel eine Gewerbeausstellung, wenn die Gemeinde dies wünscht.»

Man müsse sowieso nicht fürchten, dass je Grossandrang herrschen werde. «Bei Turnieren könnte es mit den 16 geplanten Parkplätzen knapp werden», gab Stucker hingegen zu. Sollte sich zeigen, dass die Zahl auf längere Sicht gesehen zu niedrig angesetzt sei, so würden allenfalls noch weitere Parkplätze gebaut. Luder seinerseits versprach den rund 40 Anwesenden, dass sich die Gemeinde um die Verkehrssituation kümmern werde.

Gemäss Stucker will der TCL rund 3 Millionen Franken in das Projekt investieren. Zudem bestätigte er, dass ein Standort Langenthal definitiv nicht mehr infrage komme. Über den Verlauf der Orientierungsversammlung äusserte er sich positiv: «Bisher haben wir keinen Widerstand gespürt. Ich bin zuversichtlich, dass wir die Anlage realisieren können.»

Info: Die Bevölkerung kann noch bis zum 17. Januar schriftlich zu den Änderungen im Baureglement (Artikel 30 und 48) Stellung nehmen. Nach der Prüfung durch das Amt für Gemeinden und Raumordnung folgt eine weitere Auflage. Die Urnenabstimmung ist am 15. Mai 2011.