Qualitätssicherung

Das Schulzentrum Kreuzfeld strebt ein Zertifikat an

Als erste Berner Schule nimmt das Schulzentrum Kreuzfeld in Langenthal eine Standortbestimmung mit Zertifikat vor. Sie soll der Schule darüber Auskunft geben, wo sie steht.

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Das Schulzentrum Kreuzfeld 1 bis 3 möchte die Qualität des Unterrichts sicherstellen. archiv/urs lindt

Das Schulzentrum Kreuzfeld 1 bis 3 möchte die Qualität des Unterrichts sicherstellen. archiv/urs lindt

Solothurner Zeitung

In einer internen Fortbildung eignete sich kürzlich das ganze Lehrerkollegium des Schulzentrums Kreuzfeld 1 bis 3 neue Wissensschritte rund um eine geplante Zertifizierung an. Es handelt sich um ein Pilotprojekt der Erziehungsdirektion des Kantons Bern. Der Fokus der Zertifizierung liegt auf dem Thema «Unterricht», dem Kerngeschäft der Schule. «Sich darin weiterzubilden, genau zu beobachten und zu reflektieren, bringt eine Schule weiter», schreibt das Schulzentrum in einem Bericht. «Der kriteriengeleitete Austausch sorgt dafür, dass die Qualität hoch ist und sich Kinder und Jugendliche, Lehrpersonen und Eltern an unserer Schule wohlfühlen.»

Die Zertifizierung sei eine Standortbestimmung, die darüber Auskunft gebe, wo die Schule stehe. Sie berücksichtige mehrere Perspektiven, sie lege den Fokus auf bestimmte Fragen, die für den Unterricht wichtig und bedeutsam seien, heisst es im Bericht der Schule. Die Ergebnisse sollen in die Praxis einfliessen und die Unterrichtsqualität nachhaltig verbessern (siehe auch Nachgefragt unten).

Ein langer, konsequenter Weg

Die Zertifizierung sei ein logischer Schritt auf dem Weg, den das Schulzentrum Kreuzfeld 1 bis 3 seit langem kontinuierlich gehe. In den Jahren 1999 bis 2004 ergaben sich im Rahmen des Schulentwicklungsprogramms IPS (Intensivprojekt Schule) erste Grundlagen zur nachhaltigen Qualitätsentwicklung.

Für die jetzt geplante Zertifizierung haben die Lehrpersonen gegenseitige Unterrichtsbesuche absolviert. Dabei seien aussagekräftige Feststellungen zustande gekommen, die den Lehrpersonen die Möglichkeit geben, ihren Unterricht anzupassen, zu verbessern und Bewährtes beizubehalten.

Zudem erhielten die Eltern kürzlich einen Fragebogen, der ihnen die Möglichkeit bot, der Schule Rückmeldungen zu geben. Dabei wurde die Meinung der Eltern zum Unterricht, zu den Lernprozessen der Schüler und Schülerinnen, zur Schule als Lebens- und Erfahrungsraum, zur Schulkultur sowie zum Schulklima erforscht. «Wichtig war bei dieser Umfrage, ob sich die Eltern als Partner der Schule verstanden fühlen», schreibt das Schulzentrum Kreuzfeld 1 bis 3. Über die Ergebnisse werden die Eltern zu gegebener Zeit informiert.

In einem weiteren Schritt folgen nun die Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler. Dieser Teil der Zertifizierung wurde am kürzlich durchgeführten Weiterbildungstag vorbereitet. Nach den Frühlingsferien werden diese Rückmeldungen in den einzelnen Klassen eingeholt und anschliessend ausgewertet.

Experten führen Interviews durch

Am 27. Juni 2011 folgt die eigentliche Zertifizierung. Dabei werden Experten das Schulzentrum besuchen. In Interviews mit Schülerinnen und Schülern, mit Lehrpersonen, Eltern, Ehemaligen, den Behörden und Abnehmern der Schule werden sich die Fachleute ein Bild des Schulzentrums machen. Grundlage dazu bilden auch die schriftlichen Dokumentationen der Schulleitung. Aufgrund dieser umfassenden Auswertung wird von den Experten entschieden, ob sich das Schulzentrum Kreuzfeld 1 bis 3 eine «Zertifizierte Schule» nennen darf oder nicht.

Die angestrebte Zertifizierung QuES (Qualitätsentwicklung Schule) geht von einer äusserst umfassenden Rückmeldekultur aus. Diese orientiert sich an den vorgeschlagenen Normen und Massstäben der Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) und einem EU-Bildungsprojekt. Die Schule, die nach diesen Normstandards zertifiziert ist, weist eine nachhaltige Qualitätsentwicklung und -sicherung aus. (mgt/tg)