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Bisher keine Hinweise auf frühere sexuelle Übergriffe von Thomas N.

Bis heute gibt es keine Hinweise darauf, dass sich Thomas N. vor dem Mord in Rupperswil Kindern und Jugendlichen in sexueller Absicht genähert haben könnte - dies teilt die Staatsanwaltschaft mit. Sie hat ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag gegeben, zudem stehen umfangreiche Ermittlungen im Umfeld des Mörders an.

Fabian Hägler
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Der Vierfachmord von Rupperswil
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Der Mörder ist gefasst: Polizeihauptmann und Kripochef Markus Gisin und die Leitende Staatsanwältin Barbara Loppacher informieren am die Medien am Freitag, 13. Mai 2016, über den Mordfall Rupperswil.
Im Haus des Täters fanden Ermittler Kabelbinder und ...
... Seile. Sie weisen darauf hin, dass N. eine weitere Tat plante.
Auch eine Waffe fanden die Ermittler bei Thomas N. – mit dieser soll er seine Opfer in Schach gehalten haben, bevor sie gefesselt waren.
Der Rucksack von Thomas N. – darin befanden sich die Kabelbinder, aber auch Klebeband und Seile.
Carla Schauer während ihres Barbezugs am Schalter in der AKB-Filiale in Wildegg. Hier hob sie Geld ab, ebenso an einem Bancomaten in Rupperswil. Das Geld raubte der Täter.
In diesem Haus an der Lenzhardstrasse in Rupperswil fand das grausame Verbrechen statt.
Amtliches Siegel: Auch Monate nach der Tat ist das Mordhaus nur für die Beamten zugänglich.
Die Behörden setzten eine Sonderkommission zur Aufklärung ein.
Staatsanwaltschaft und Kantonspolizei setzten im Februar 100'000 Franken Belohnung aus – die höchste in der Schweiz bisher.
Dazu wurden Flugblätter in sieben Sprachen verteilt, auch im grenznahen Deutschland.

Der Vierfachmord von Rupperswil

ZVG

Nachdem die Polizei den Mörder von Rupperswil gefasst hat, wurden Befürchtungen laut, der 33-jährige Thomas N. könnte sich schon früher sexuell an Kindern oder Jugendlichen vergangen haben. Dies ist laut bisherigen Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft nicht der Fall, wie Sprecherin Fiona Strebel mitteilt.

"Heute Mittag informierten die Ermittlungsbehörden die Eltern der Junioren und die Funktionäre der Seetal Selection, dass bisher keine Erkenntnisse zu weiteren Straftaten, insbesondere zu sexuellen Übergriffen auf Kinder und Jugendliche, vorliegen", schreibt sie in einer Mitteilung.

Zudem kündigt die Sprecherin der Staatsanwaltschaft an, in den nächsten Tagen und Wochen würden umfangreiche Ermittlungen im Umfeld des Beschuldigten getätigt. "In diesem Zusammenhang wird es auch zu Abklärungen und Befragungen in den Fussballvereinen kommen, bei denen der 33-jährige Schweizer als Trainer und Koordinator tätig war."

Staatsanwaltschaft ordnet Gutachten an

Der Mann war am Donnerstag festgenommen worden und hatte anlässlich der ersten Einvernahmen gestanden, am 21. Dezember 2015 Carla Schauer, ihre zwei Söhne und die Freundin des älteren Sohnes getötet zu haben. An der Medienkonferenz vom Freitag hatten Staatsanwaltschaft und Kantonspolizei überdies bekannt gegeben, dass sich der Beschuldigte am 13-jährigen Sohn von Carla Schauer vergangen hatte, bevor er die vier Opfer tötete.

Zur Klärung der Rückfallgefahr sowie der Schuldfähigkeit wird die Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau in den nächsten Tagen ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag geben. Angesichts der Brutalität der Tat wird über einen Antrag auf lebenslängliche Verwahrung spekuliert, dafür wären zwei Gutachten nötig. Fiona Strebel sagt auf Anfrage: "Das sieht das Gesetz nicht so vor, dass zwei Gutachten gleichzeitig in Auftrag gegeben werden." Die Staatsanwaltschaft werde zuerst nur ein Gutachten in Auftrag geben. Strebel: "Erst wenn in einem späteren Zeitpunkt alle Verfahrensakten vorhanden sind, kann ein zweites Gutachten in Auftrag gegeben werden, das über diese Frage Auskunft geben kann."