Wohnen im Alter

Ältere Menschen wollen inzwischen eher in kleinere Wohnungen ziehen

Die Bereitschaft der Zürcherinnen und Zürcher, im Hinblick aufs Alter in eine kleinere Wohnung zu zügeln, nimmt gemäss einer Studie zu. Der Kanton empfiehlt den Gemeinden, Anreize zu schaffen, wie Baudirektor Markus Kägi am Freitag den Medien sagte.

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Der Umzug in kleinere Wohnungen vereinfache nicht nur den Alltag der älteren Menschen, sondern es profitierten auch die Gemeinden. Wenn die Leute früh genug aus Einfamilienhäusern in eine altersgerechte Wohnumgebung zögen, verringere sich der Aufwand für die Pflege, sagte Kägi. Und es werde in den Einfamilienhausquartieren Wohnraum frei für junge Familien.

Die Gemeinden sollten gemäss Kägi die älteren Menschen schon früh für Alternativen beim Wohnen sensibilisieren und sie dann bei der Suche unterstützen. Der Kanton liefere mit der Studie zur Wohnmobilität im Alter den Gemeinden - aber auch der Immobilienwirtschaft - "viele differenzierte Handlungsempfehlungen".

In Landgemeinden fehlen geeignete Kleinwohnungen

Vor allem im ländlichen Raum fehle oftmals ein Angebot an modernen Kleinwohnungen, das sich an den Bedürfnissen von Älteren orientiert. Vor allem mangle es in vielen Landgemeinden mit einem grossen Anteil an Einfamilienhäusern an zentral gelegenen Eigentumswohnungen.

Umzüge innerhalb der Gemeinden seien deshalb kaum möglich. Häufig werde deshalb eine Wohnung in einer gut erschlossenen Nachbargemeinde gesucht.

Die Menschen der Babyboom-Generationen - mit den Jahrgängen 1943 bis 1963 - hätten hohe Ansprüche an ihren künftigen Wohnraum im Alter und überlegten sich einen Umzug gut. Oft sei der Wechsel keine Frage des Geldes, aber die neue Wohnform für das Älterwerden müsse einen Mehrwert bieten gegenüber der aktuellen Wohnsituation.

Richtigen Zeitpunkt finden

Wichtig sei aber, dass die älteren Leute den richtigen Zeitpunkt für den Umzug fänden, sagte Kägi. Mit steigendem Alter würden nämlich die Chancen auf dem Wohnungsmarkt geringer.

Ältere Menschen, die in den Häusern bleiben und dort individuell durch Spitex betreut werden, seien für die Gemeinden aufwendiger. Höhere Kosten gebe es aber auch, wenn sie mangels Alternativen in ein Pflegeheim ziehen, obwohl dies gar nicht nötig wäre.

In Städten Umzugsbereitschaft gross

In Städten und Agglomerationen ist die Umzugsbereitschaft unter den älteren Menschen generell höher als auf dem Land. Ältere Städter wollten aber bei einem Umzug meistens in der Stadt bleiben.

Aber in diesen Gebieten, in denen fürs Älterwerden ein ideales Umfeld geboten werde, sei für ältere Menschen auf dem Wohnungsmarkt die Konkurrenz durch Junge und Erwerbstätige gross. Deshalb hätten ältere Städter kaum Anreize, zu grossen, aber günstigen Wohnraum für eine bedürfnisgerechtere Wohnform zu verlassen.