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Verlust und Gewinn

Kulturredaktor Rolf App über den Erstling von Philip Roth: Goodbye, Columbus.
Rolf App

Neil Klugman ist Bibliothekar. Ein sehr schüchterner, junger Bibliothekar aus einfachen Verhältnissen. Als er Brenda zum ersten Mal sieht, bittet sie ihn, ihre Brille zu halten, damit sie ins Wasser springen kann. Von da an ist er dem Mädchen aus besseren Verhältnissen verfallen auf eine wunderbar zarte Art, einen langen Sommer lang. «Goodbye, Columbus» heisst der Roman, der von Brenda und Neil handelt, Philip Roth hat ihn 1959 veröffentlicht, und er ist auch heute noch, beinahe sechzig Jahre danach, erfüllt von der duftigen Atmosphäre junger Liebe.

Allerdings: Philip Roth wäre nicht Philip Roth, wenn er nicht in das Private das Gesellschaftliche einbetten würde. Brendas Eltern sind reich, und als ihre Mutter in der Kommode ein Pessar entdeckt, reagiert sie entsetzt. Brenda aber sieht sich vor die Wahl gestellt: auf Neil verzichten, um die Eltern nicht zu enttäuschen. Oder sich zu ihm, das heisst zu ihrer beider Liebe bekennen. Wozu sie den Mut nicht aufbringt. Als ihm dies in der Auseinandersetzung mit Brenda klar wird, nimmt Neil Mantel und Koffer. Draussen, auf der Strasse, schaut er sich im Spiegel eines Fensters an und fragt sich: «Was hatte in mir den Eroberungstrieb in Liebe verwandelt und dann dieses Gefühl in ein anderes verkehrt? Was hatte Gewinn und Verlust und Verlust – wer weiss – in Gewinn verwandelt?» Der Zug bringt ihn früh genug zurück, um pünktlich am Arbeitsplatz zu sein.

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