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Massenware hat hier keinen Platz

Der Zuger Handwerkermarkt ist eine sehr gute Plattform, um Dinge zu kaufen, welche es beim Grossverteiler kaum zu kaufen gibt. Die Aussteller schätzen den Markt aber noch aus einem anderen Grund.
Wolfgang Meyer
Am Zuger Handwerkermarkt auf dem Landsgemeindeplatz zeigt «Kräuterhexe» Brigitte Waser-Bürgi ihre Produkte. Bild: Roger Zbinden (Zug, 21. April 2018)

Am Zuger Handwerkermarkt auf dem Landsgemeindeplatz zeigt «Kräuterhexe» Brigitte Waser-Bürgi ihre Produkte. Bild: Roger Zbinden (Zug, 21. April 2018)

Eigentlich bestehen Beatrice Haltiner und Esther Enzler darauf, dass die Kunstschaffenden am Zuger Handwerkermarkt auf dem Landsgemeindeplatz persönlich vor Ort sind und den eigenen Stand betreuen. Die beiden sind die Hauptverantwortlichen der Organisation. «Das schafft eine direkte Begegnung zwischen dem Künstler und dem Kunden und ist für beide Seiten wichtig», sagt Haltiner. Sie ist selber Kunsthandwerkerin und spricht aus Erfahrung. Für die Künstler ist es wichtig, sich über ihre Arbeit auszutauschen und für die neugierigen Kunden interessant zu sehen, was für ein Mensch hinter den Produkten steckt. Zwischen den blau-weissen Dächern der Stände und den bunten Auslagen versteckte sich am Samstag trotzdem ein Stand, an dem «nur» eine Vertretung den Ladentisch hütete. Rolf Ackermann verkauft die letzten Werke seiner Mutter Doris Ackermann. Diese arbeitete jahrelang an Scherenschnitten und Schnitzgut. Nicht die groben Fetzen, die man als Kinder gemacht hat. Sondern die verblüffend filigranen klassischen Szenen, die man in gut betuchten Landhäusern findet. Schwarzer Schnitt auf weissem Grund. Alpabzüge und Waldgeschichten. «Seit ihrem Hirnschlag kann sie nicht mehr arbeiten», erzählt der Sohn Rolf Ackermann. «Wir verkaufen für sie hier noch die letzten Stücke.»

Mit Sachverstand und Liebe zum Prozess

Neben der schönen Lage und dem traumhaften Wetter zieht aber auch die familiäre Stimmung für Ackermann auf den Marktplatz. «Mit der Zeit kennt man einige der Handwerker und schwatzt und hilft sich beim Auf- und Abbau.»

Das wissen auch Ines und Markus Rosenberger zu schätzen. Sie webt zu Hause farbenfrohe Teppiche aus alten T-Shirts und anderen Textilien, die sie vor der Verbrennungsanlage rettet. Er begleitet sie mit an den Markt. Finanziell lohne sich der Tag eigentlich nicht. Aber ihr gefällt der Gedanke, dass die eigenen Arbeiten anderen das Heim verschönern. «Irgendwann ist die eigene Wohnung ja eingedeckt mit Teppichen. Weiter arbeiten möchte ich dann aber trotzdem noch.» Dass ihre Arbeiten den Leuten gefallen, motiviert sie. In Sachen Verkauf sei es zwar wohl nicht der beste Markt, sagt ihr Mann Mark Rosenberger. Da empfehle sich der Luzerner Markt eher. «Aber die Stimmung ist hier eindeutig gemütlicher. Gerade weil die Standbetreiber hier nicht so einen Verkaufsdruck mitbringen, sondern viele ihre Leidenschaft präsentieren wollen.»

In dieser schnelllebigen Gesellschaft, in der alles Materielle im Überfluss vorhanden scheint, versteht Haltiner den Zuger Handwerkermarkt als ein erfrischendes Gegenmodell zum Mainstream. «Hier sieht man nur Unikate, die von Hand, viel Sachverstand und Liebe zum Prozess gemacht wurden.» Einmal im Monat trifft man in Zug samstags am Landsgemeindeplatz also nicht nur Gemüsebauern mit ihren Erzeugnisse, sondern auch einen immer wieder neu gemischten bunten Haufen kreativer Menschen und deren Schätze.

Hinweis

Mehr zum Handwerkermarkt auf www.zugerhandwerkermarkt.ch.

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