BTV Aarau Volleyball

Interview mit der Nachwuchstrainerin Anika Schulz

Manuela Schenker
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Auf die Saison 2019/20 wurde das Nachwuchsteam Damen 5 gegründet. Das neuformierte Team wird die Meisterschaft in der 3. Liga Classic und U23 2. Liga bestreiten. Das Durchschnittsalter liegt bei 14,5 Jahren. Welche Strategie bzw. Idee Steckt dahinter?

Anika: Das Damen 5 Team besteht aus Spielerinnen, die auch zusammen leistungsorientiert im Q2 trainieren. Dieses besteht hauptsächlich aus Spielerinnen mit den Jahrgängen 2004-2006. In der 2. Runde der letzten Schweizer Meisterschaft, welche wir übrigens sehr gut gespielt haben, konnten wir erkennen, dass die gegnerischen Mannschaften besser mit Drucksituationen umgehen können. Das liegt vor allem daran, dass die besten Teams der Schweiz schon viel erfahrener sind, weil sie früher anfangen in höheren Ligen zu spielen. Die vergangenen zwei Jahre spielten unsere Juniorinnen entweder in zu schwachen Juniorinnenligen oder konnten bei unseren älteren Mannschaften nicht so viele Einsatzzeiten verbuchen. In diesem Alter benötigen die Spielerinnen jedoch viel Spielpraxis auf einem Niveau, bei dem sie gefordert werden und auch mal aus der Komfortzone herauskommen müssen. Nur so können sie sich taktisch und psychisch weiterentwickeln.

Deswegen kam der Entscheid in zwei unterschiedlichen Ligen mit einem höheren Leistungsniveau zu spielen. In der 3. Liga Classic lasse ich vor allem die älteren Jahrgänge spielen und in der U23-2. Liga können dann unsere Youngsters auftrumpfen. So erhält jede Spielerin genügend Spielpraxis.

Du hast einen grossen Teil der Athletinnen bereits letztes Jahr in den Q2 Trainings der Eagles Academy trainiert. Neu wirst du dieses Jahr das Team auch an die Matches begleiten und coachen. Was wird dabei dein Schwerpunkt sein?

Anika: Ein Schwerpunkt ist sicherlich, dass wir im Training erworbene Fertigkeiten im Wettkampf umsetzen. Ich möchte, dass die Spielerinnen lernen das Spiel selbst lesen zu können und eigene Entscheidungen auf dem Feld treffen. Ich helfe ihnen natürlich bei der richtigen Entscheidungsfindung und unterstütze, wo es nur geht. Letztendlich müssen sie aber den Entscheid einer Aktion selbst treffen. Dabei werden sie Höhen und Tiefen durchleben, die eine Saison mit sich bringt, aber sie mental weiterbringen wird.

Dazu kommt noch, dass ich das taktische Wissen vom Damen 5 erweitern möchte. Volleyball besteht aus vielen taktischen Elementen. Die Spielerinnen lernen so relativ früh im Juniorinnenalter wie wichtig dieser Faktor in unserer Sportart ist. Das Schöne an der ganzen Sache ist, dass so ein Coaching mit unseren Juniorinnen bereits möglich ist. Ich bin sehr stolz mit diesen Nachwuchstalenten arbeiten zu dürfen. Sie nehmen jede Information auf und sind hochmotiviert.

Welche Ziele hast du dir und deinem Team für die Saison 2019/20 gesetzt?

Anika: Für mich selbst habe ich das Ziel herauszufinden wie jede Spielerin funktioniert, welche Spielposition in der Zukunft für jede einzelne die richtige ist und das Optimum beim Coaching rausholen zu können. In der 3. Liga Classic und U23-2. Liga möchten wir die Liga halten. Hier ist wie gesagt, der Schwerpunkt Erfahrungen zu sammeln und viel zu spielen.

Unser Highlight ist natürlich die U17 Schweizer Meisterschaft. Wir spielen im Dezember die Qualifikation in Möhlin, welche wir gewinnen müssen. Mit diesem Team ist sehr viel möglich. Ich möchte nicht zu viel hervor greifen. Ich bin überzeugt, dass wir es bis in die 2. Runde schaffen können. Es muss aber alles an dem Spieltag passen und jede Spielerin 100% Leistung abrufen können.

Ich weiss, dass die Spielerinnen den Traum vom Final Four in Neuenburg haben. Wir kommen dem jedes Jahr auch etwas näher, brauchen aber Geduld, denn die Gegner investieren und trainieren mindestens genauso viel wie wir. Wir sind aber auf dem richtigen Weg. In diesem Jahr haben es 7 Nachwuchsspielerinnen vom BTV Aarau in die Try Outs für das Perspektivkader von Swiss Volley geschafft.

Das Damen 1 absolviert die erste Meisterschaft in der NLB. Du spielst dabei eine tragende Rolle als erfahrene NLA, ehemalige Bundesliga und Deutsche Nationalspielerin. Wie bringst du das alles mit deinem Trainer- und Coaching-Job unter einen Hut?

Anika: Es ist in der Tat viel Zeit, die ich in den Volleyball investiere. Es ist aber auch eine Leidenschaft, ohne die ich nicht kann. Mich fasziniert diese Sportart seitdem ich ein Kind bin. Volleyball fällt mir einfach, ob als Coach oder Spielerin. Es macht mir Spass.

Ich arbeite auch noch 80% bei einer Werbe- und Kommunikationsagentur und habe natürlich auch noch ein Privatleben. So ein Engagement funktioniert nur mit guter Planung und Verständnis vom Partner, für das ich dankbar bin.

Übrigens geht es bei mir noch weiter. Ich werde nächstes Jahr die Trainerlizenz A anstreben 😊

Was ist dein persönlicher Wunsch für die Saison 2019/20?

Anika: Ich wünsche mir eine verletzungsfreie Saison für alle Spielerinnen, den Erhalt der NLB, für den wir unbedingt all eure Unterstützung brauchen und natürlich mit meinem eigenen Team eine erfolgreiche Saison.