SP Surbtal

GV und Nomination der Grossratskandidierenden

David Burgherr
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Das Weinbaumuseum bildete einen würdigen Rahmen: An der sehr gut besuchten Generalversammlung der SP Bezirk Zurzach von letztem Freitag wurden die Kandidierenden für die Grossratswahlen im Oktober 2016 vorgestellt und nominiert.

Die für die Organisation verantwortliche SP-Sektion Surbtal empfing mit einem Begrüssungsapéro. Im Anschluss hielten die Sektionen Unteres Aaretal und Surbtal ihre Jahresversammlungen ab. Nach der Begrüssung durch Grossrätin Monika Stadelmann, Präsidentin der Bezirkspartei, stellten sich die zwei Referentinnen Jessica Käser und Patrizia Bertschi vor.

2 Wochen im Flüchtlingslager

Die in Rekingen aufgewachsene Jessica Käser hörte über eine Kollegin von der Hilfsorganisation „Stand up for refugees“ (www.sufr.ch), deren Ziel es ist, flüchtende Menschen mit einem Minimum zu versorgen. Spontan meldete sie sich für einen Hilfseinsatz auf der Balkanroute im Durchgangslager Tabanovce an der mazedonischen Grenze zu Serbien. Dort half sie während zweier Wochen, die ankommenden Flüchtlinge mit sauberen, passenden und warmen Kleidern zu versorgen. Täglich kamen mehrere Züge mit bis zu 1‘000 Menschen im Lager an, darunter viele Kinder, nur notdürftig bekleidet. „Die Dankbarkeit war so gross, sei es für eine warme Kappe oder eine hübsche Kinderjacke. Ich durfte viel Menschlichkeit und Solidarität erleben.“ – Im Februar organisierte Jessica Käser mit ihrem Vater Daniel Käser und der Schule Bad Zurzach daraufhin eine Kleidersammlung im Zurzibiet mit dem tollen Ergebnis von 550 gefüllten Kleiderkisten. Unterdessen sei die Ladung in Idomeni angekommen, wusste Jessica Käser zu berichten.

Flüchtlinge bei uns

Patrizia Bertschi, Präsidentin vom „Netzwerk Asyl“, leitete über zu den Flüchtlingen, die schliesslich in der Schweiz ankommen. „Grundsätzlich geht niemand freiwillig aus seiner Heimat weg“, betonte sie. 40‘000 Asylsuchende befinden sich in der Schweiz – das sind weniger als 1 % unserer Bevölkerung. „Es ist unverantwortlich, angesichts dieser Zahlen mit Begriffen wie Asylchaos und Asylantenschwemme Angstmacherei zu betreiben. Diese Menschen wollen nur eins: In Frieden leben und arbeiten können.“ Patrizia Bertschi berichtete von der Asylunterkunft im Spital Baden, wo 200 asylsuchende Männer untergebracht sind und es keinerlei Probleme gibt. Etliche leben dort schon seit sechs Monaten unter engsten Bedingungen in der unterirdischen Anlage. – Am meisten Sorgen bereiten Patrizia Bertschi die unbegleiteten Kinder und Jugendliche, die sich allein überlassen bleiben.

Flüchtlingsprojekt in Bad Zurzach

Gemeinsam mit der reformierten Kirchgemeinde ist Netzwerk Asyl dabei, in Bad Zurzach einen Stützpunkt aufzubauen, um den Asylsuchenden aus der Umgebung die Möglichkeit für Deutschkurse anzubieten. Ein Stamm von freiwilligen Helfern konnte bereits gefunden werden, weitere sind herzlich willkommen und können sich melden unter patrizia.bertschi@bluewin.ch. Mehr dazu wird demnächst in der Presse zu lesen sein. Mit grossem Applaus bedankten sich die Anwesenden für die eindrücklichen Referate, die allseits Betroffenheit auslösten. Beim anschliessenden Nachtessen mit Curryreis wurde intensiv weiter gefragt und diskutiert.

Qualifizierte Grossratskandidatinnen und –kandidaten

Nach den statuarischen Geschäften, die schnell erledigt waren, ergriff Thomas Gautschi, Wahlkampfleiter, das Wort. Er freute sich, sieben Kandidatinnen und Kandidaten vorstellen zu können, die alle ein ausgewiesenes Profil vorweisen. Monika Stadelmann, Fachfrau Gesundheit, wird die bisherige Grossrätin erneut zur Verfügung stehen; sie hat sich in ihrer zweijährigen Amtszeit gut im Grossratsgeschehen eingelebt. Da die Listenabfolge noch nicht feststeht, seien die weiteren Kandidatinnen und Kandidaten alphabetisch vorgestellt: Marc Bamberger, Rekingen, Detailhandelskaufmann, Co-Präsident der SP-Sektion Zurzach; David Burgherr, Lengnau, Sekundarlehrer, Präsident der SP-Sektion Surbtal; Markus J. Frey, Hettenschwil/Leuggern, Lehrer und Musiker; Hans-Peter Hubmann, Schneisingen, Job-Coach; Carole Schwab, Endingen, eidg. Fachfrau Finanz- und Rechnungswesen; Thomas Urfer, Mellikon, Präsident Pro Natura Aargau. Leider konnten zwei Kandidierende sich nicht persönlich vorstellen: Markus J. Frey musste einem beruflichen Engagement als Chorleiter folgen, und Carole Schwab stand kurz vor der Geburt ihres zweiten Kindes.

Diverse Wahlkampfanlässe

Mit grossem und herzlichem Applaus wurden die Kandidierenden von der Versammlung nominiert. Das Wahlkampfteam, bestehend aus Thomas Gautschi, David Burgherr und Eva Kuhn, konnte bereits über einige geplante Anlässe berichten und gab dazu die Termine durch. Es gilt, mit Fantasie und dem Einsatz aller einen kreativen und kraftvollen Wahlkampf zu führen, um den Grossratssitz der SP zu erhalten. Ausserdem soll dem erneut kandierenden SP-Regierungsrat Urs Hofmann zu einer glanzvollen Wiederwahl verholfen werden. – Mit den Ehrungen nahm die offizielle Versammlung ihr Ende: Brigitte Röthenmund, seit zwei Jahren wohnhaft in Endingen, ist seit 40 Jahren Mitglied der SP, Astrid und Dieter Andermatt begehen ihr 20-jähriges Jubiläum. Nach dieser gehaltvollen GV genossen alle das üppige Dessertbuffet, um bis in den späten Abend zu politisieren und diskutieren.