FDP Mägenwil

GV der FDP Mägenwil diskutiert das Thema «Gemeindefusionen»

Michael Umbricht
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Zur 30. Generalversammlung der FDP Mägenwil durfte der Präsident, Michael Umbricht, rund zwei Drittel der Mitglieder begrüssen. Ebenso hiess er Marin Leuthard als Vertreter des Gemeinderats und Viktor Müller, Präsident der CVP Mägenwil, als Gäste herzlich willkommen. Nachdem die statutarischen Traktanden ordnungsgemäss abgehandelt waren, folgte ein Kurzvortrag zum Thema «Gemeindefusionen».

Als Referent startet der Präsident mit zwei Fragen: «Was bedeutet uns unsere Gemeinde? – Und: Was erwarten wir von der Gemeinde?» Die Gemeinde sei erstens wichtig als unser zuhause und zweitens sei sie wichtig als Dienstleister, beispielsweise für sauberes Wasser aus der Leitung oder für eine gute Schule vor Ort. Allerdings ist beides wohl nicht exklusiv an die Gemeinde gebunden, wohnten doch schon praktisch alle von uns auch in anderen Gemeinden, ohne dass wir uns da heimatlos gefühlt hätten. Und es stört uns auch nicht, dass das saubere Wasser aus dem Hahn ein Gemisch ist aus Mägenwiler, Wohlenschwiler, Birrharder und Othmarsinger Wasser; Hauptsache es ist sauber, kühl und gut.

Von diesen Überlegungen ausgehend skizzierte der Präsident in einer kurzen Tour d’Horizon die aktuelle Situation im Kanton Aargau generell – es tut sich einiges – und für Mägenwil im Besonderen. Oft sind aktuelle Probleme der Auslöser für Gemeindefusionen, wie zum Beispiel hohe Kosten für die Gemeindedienstleistungen oder Probleme bei der Besetzung wichtiger Ämter. Manchmal steht auch die Siedlungsentwicklung im Vordergrund, vor allem bei zusammengewachsenen Gemeinden. Mägenwil ist aktuell eine gesunde Gemeinde, auch wenn temporär die vakanten Gemeinderatssitze eher schwierig zu besetzen sind. Aber vielleicht ist Nachdenken über eine mögliche Zukunft in guten Zeiten ja einfacher als aus einer Not heraus.

Als ein mögliches Szenario skizzierte Michael Umbricht einen regionalen Zusammenschluss um das historische Städtchen Mellingen mit den umliegenden Gemeinden Stetten, Tägerig, Wohlenschwil und Mägenwil. So würde eine regionale Stadt mit rund 12'000 Einwohnern entstehen, die einen attraktiven Wohn- und Wirtschaftsraum bildet. Doppelspurigkeiten in der Verwaltung könnten abgebaut werden, und Synergien könnten genutzt werden. Ein solcher Zusammenschluss erfordert natürlich einen gemeinsamen Willen der Beteiligten, und das wäre auch die grösste Hürde. Denn bisherige Fusionen zeigten, dass die Hürden in den Köpfen höher sind als die Umsetzungshürden. Immerhin würde ein solcher Zusammenschluss auch namhafte Kantonsbeiträge aus dem Finanzausgleich auslösen: Insgesamt wäre wohl mit einem Beitrag von rund zehn Millionen Franken zu rechnen.

In der anschliessenden Diskussion zeigte sich in der Versammlung ein reges Interesse am Thema mit sowohl positiven wie auch kritischen Voten. Einig waren sich die Freisinnigen, dass das Thema längerfristig wichtig sei, dass aber als erster Schritt vor allem die Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden weiter verstärkt werden sollte. Das gemeinsame Bauamt und der Zusammenschluss der Wasserversorgung mit Wohlenschwil wurden als positive Beispiele erwähnt, weitere Themen wären ein regionales Steueramt oder ein Schulverband. Die FDP Mägenwil will nun – ohne Druck und Eile – das Thema der Zusammenarbeit weiter verfolgen und lädt alle ein, sich zur Rolle und zur Bedeutung der Gemeinde der Zukunft Gedanken zu machen.