Veterinärwesen
Geflügel im Stall füttern, Auslaufflächen mit Netzen schützen: Diese Massnahmen sollen Einschleppung der Vogelgrippe in die Ostschweiz verhindern

Bereits seit Oktober werden in Europa zahlreiche an Vogelgrippe verstorbene Wildvögel gemeldet. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) verordnet nun Kontroll- und Beobachtungsgebiete und der Kantonstierarzt verfügt die dazugehörenden Massnahmen im Kanton St.Gallen und im Appenzellerland.

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In den Kontrollgebieten der Kantone St.Gallen, Appenzell Ausser- und Innerrhoden ist es wichtig, den Kontakt des Hausgeflügels mit Wildvögeln zu verhindern.

In den Kontrollgebieten der Kantone St.Gallen, Appenzell Ausser- und Innerrhoden ist es wichtig, den Kontakt des Hausgeflügels mit Wildvögeln zu verhindern.

Bild: Bruno Kissling / Oltner Tagblatt

(pd/evw) Das Vogelgrippe-Virus wurde in den letzten Wochen bei vielen toten Wildvögeln entlang der Vogelzugrouten in Europa festgestellt. Wie der Kanton St.Gallen und die Kantone Appenzell Ausserrhoden und Innerrhoden in einer gemeinsamen Mitteilung schreiben, sind die gefundenen Virustypen für den Menschen nach bisherigem Kenntnisstand nicht ansteckend.

Trotzdem sei ein Kontakt des Menschen mit dem Virus zu vermeiden. Eine Ansteckung von Hausgeflügel hätte jedoch weitreichende wirtschaftliche Folgen und würde einschneidende Massnahmen erfordern. Dabei spiele es keine Rolle, ob eine grössere, gewerbsmässige Geflügelhaltung oder eine kleine Hobbyhaltung mit wenigen Hühnern, Gänsen oder Enten, betroffen seien.

Zum Schutz des Hausgeflügels habe das BLV in einer Verordnung Kontroll- und Beobachtungsgebiete definiert. In Appenzell Ausserrhoden seien davon Teile der Gemeinden Heiden, Lutzenberg, Walzenhausen und Wolfhalden betroffen; in Appenzell Innerrhoden betreffe es die östliche Exklave des Bezirks Oberegg. Im Kanton St.Gallen sind davon ganz oder teilweise die Gemeinden in Bodenseenähe und im Rheintal bis nach Sennwald betroffen.

In den Kontrollgebieten sei es wichtig, den Kontakt des Hausgeflügels mit Wildvögeln zu verhindern. Deshalb dürfen dort Futter- und Tränkestellen nicht für Wildvögel zugänglich sein. In den Mitteilungen steht:

«Das heisst, das Geflügel muss im Stall gefüttert und getränkt werden. Auslaufflächen müssen mit Netzen gegen Wildvögel geschützt werden.»

Die Massnahmen gelten in allen drei Kantonen vom 25. Januar 2021 bis zum 15. März 2021. Die Allgemeinverfügungen für das Appenzellerland seien auf der Homepage des Veterinäramts publiziert.

Personen, die tote Vögel finden, sollen diese nicht berühren, sondern den Fund dem Wildhüter oder der Kantonspolizei melden. Diese werden die Bergung der Kadaver und die allfällige Untersuchung veranlassen. Untersucht werden insbesondere tote Wasservögel, Greifvögel und Funde von mehreren toten Vögeln an der gleichen Stelle. Geflügelprodukte wie Pouletfleisch und Eier können nach wie vor ohne Bedenken konsumiert werden.