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ZWISCHENBILANZ: FC St. Gallen, was wird?

Nach drei Vierteln der Saison sind die Ostschweizer Sechste. Wohin es nach dem 1:3 gegen die Grasshoppers im letzten Quartal noch geht, ist genauso offen wie die Frage, ob diese Niederlage die Referenz ist.
Christian Brägger

Christian Brägger

Zum Punktgewinn bei den Grasshoppers fehlten 20 Minuten. Das ist nicht die Welt, und hätte sich St. Gallen gegen den Rekordmeister über die Zeit gerettet, wäre das Fazit des Spiels einigermassen wohlwollend ausgefallen. Weil der Fussball so funktioniert. Nun aber endete es 1:3, es war eine Partie zum Vergessen. Weshalb nach solchen Auftritten vielleicht etwas hastig der nächste Schritt zum Zug kommt, einiges wieder in Frage zu stellen. Allzu schnell verdrängt man, was war; es zählt nur, was ist; und was werden könnte. St. Gallens Trainer Joe Zinnbauer sagte: «Wir gewinnen zusammen, wir verlieren zusammen. Man darf jetzt nicht in Panik ausbrechen und alles schlechtreden. Wir werden uns wieder besser präsentieren.»

Die Ausgangslage – sechster Platz:Keine Panik, nein. Trotz der beiden jüngsten Niederlagen in Folge, wovon jene gegen Basel immer wieder passieren wird. Aber der FC St. Gallen befindet sich spielerisch wie emotional im Rückwärtsgang. Sein letzter Sieg glückte in Sitten, vor mehr als einem Monat war das. Er ist mit 31 Zählern nach drei Vierteln des Pensums nicht im Soll – das macht pro Partie 1,14 Punkte. Der sechste Platz wirkt dennoch passabel, und der erste Teil der Rückrunde mit zehn Punkten aus neun Spielen war nicht so schlecht, wie er sich jetzt anfühlt. In den vergangenen drei Jahren waren die ersten Rückrundenhälften schwächer, der FC St. Gallen gestaltete nur jene nach der Aufstiegssaison mit 14 Punkten besser. Die Saison 2012/13 ist es ja auch, die als Messlatte dient, weil sie letztlich dorthin führte, wovon St. Gallen und seine Anhänger heute noch träumen: in die Europa League.

Was war – der letzte Rang: Mit dem Rücken zur Wand stehend hat Zinnbauer ein Husarenstück geschafft. Er schneiderte seiner damals völlig verunsicherten Mannschaft im vergangenen Herbst mit der Dreierkette ein Gewand, das ihr bis heute eigentlich gut zu Gesicht steht. Die St. Galler brillierten zwar weiterhin selten, sie spielten pragmatischen Fussball, doch es war der Fussball, der sie weit weg vom Abstiegsplatz auf den zwischenzeitlichen fünften Platz führte. Und der sie träumen liess.

Was wird – Herausforderung Lugano: Von diesem Traum, er heisst Europa League, lebt die Region bis heute. Doch St. Gallens Motor stottert, und Zinnbauer hat wieder begonnen, an der Aufstellung zu tüfteln. Fühlt er sich stärker unter Druck, weil die Ersatzbank so gut besetzt ist? Jedenfalls glücken die Wechsel während des Spiels selten, darauf deutet die relativ hohe Anzahl an Gegentoren in der Schlussviertelstunde hin. St. Gallens Defensive ist dennoch die drittstärkste der Liga, die Offensive hilft ihr für diesen Status – und ist vielleicht deswegen die torunproduktivste. Es fehlt vorne die Durchschlagskraft, wenn Albian Ajeti nicht sticht. Toko sagte: «Wir haben schon länger Probleme, Torchancen zu kreieren. Aber wir dürfen jetzt nicht alles hinterfragen.»

Noch bleiben den Ostschweizern neun Partien, um die Komfortzone wieder zu verlassen. Das fünftplatzierte Lugano ist nun die Messlatte, auch seine spielerische Leichtigkeit und Kreativität. Die Rechnung ist einfach: Besteht der FC St. Gallen die Herausforderung aus dem Tessin, macht er aus einer mittelmässigen Saison eine gute.

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