Zwischen Dorffest und Totgeburt

Die erste Cuprunde im Schweizer Eishockey seit 42 Jahren ist über die Bühne. Überraschungen gab es keine. Das höchste der Gefühle war etwa die 1:0-Führung von Winterthur gegen Zug oder der Treffer zum 2:2-Ausgleich von Sion gegen Lugano. Denn Eishockey funktioniert anders als Fussball.

Matthias Hafen
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Die erste Cuprunde im Schweizer Eishockey seit 42 Jahren ist über die Bühne. Überraschungen gab es keine. Das höchste der Gefühle war etwa die 1:0-Führung von Winterthur gegen Zug oder der Treffer zum 2:2-Ausgleich von Sion gegen Lugano. Denn Eishockey funktioniert anders als Fussball. Die Torchancen sind zahlreicher – hüben wie drüben. Das gibt dem Aussenseiter wie den erwähnten Erstligisten zwar die Chance, in Führung zu gehen oder das Spiel zwischendurch auszugleichen. Es bedeutet aber vor allem, dass der Favorit das Resultat bis zum Spielende mit grösster Wahrscheinlichkeit zu seinen Gunsten korrigieren kann. Wieso ist der Schweizer Cup im Eishockey dennoch ein Erfolg? Weil er das Spitzeneishockey wenigstens für einen Abend wieder aufs Land bringt. Dorthin, wo die meisten Spieler rekrutiert werden, die später für den HC Davos, den SC Bern oder die ZSC Lions spielen. Dass die Grossclubs Talente immer früher zu sich holen und so eine Verstädterung des Sports provozieren, ist ein Problem für das ganze Schweizer Eishockey, für die Amateurvereine aber im Speziellen.

Resultat nur zweitrangig

Mit dem Cup geben die NLA-Clubs den Rekrutierungsvereinen sportlich und finanziell etwas zurück. Vor allem für 1.-Liga-Clubs bedeutet der Cup ein Festabend. Etwas, worauf sie sich jetzt schon wieder freuen können. Auch wenn sie 2015 wohl mit ähnlich deutlichem Verdikt ausscheiden werden. Doch es geht ihnen nicht ums Resultat, vielleicht ein wenig um die Antrittsprämie, aber vor allem darum, für eine Partie die NLA zu Gast zu haben.

Es fehlt das Salz in der Suppe

Wieso droht der Schweizer Cup dennoch zu einer Totgeburt zu werden? Überraschungen sind das Salz jeder Cup-Suppe. Mag sein, dass sich die 1.-Liga-Clubs nicht so sehr fürs Resultat interessieren. Die NLB-Clubs hingegen schon. Die Organisatoren werden deshalb nicht darum herumkommen, das Reglement künftig anzupassen, um Überraschungen zu forcieren. Sonst droht spätestens bei der dritten Austragung die grosse Langeweile.