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Zwischen Abstieg und Europa: Die halbe Super League zittert vor der Barrage

Vier Runden vor dem Saisonende sind in der höchsten Schweizer Fussballliga Abstiegskampf und Europa-Abenteuer nur gerade durch fünf Punkte getrennt. Wer leidet, wer jubelt am Schluss?
Sébastian Lavoyer, Patricia Loher, Daniel Wyrsch

Die Super League ist die wohl verrückteste Liga Europas. Während die Grasshoppers so gut wie abgestiegen sind, kämpfen sieben von zehn Teams gegen den Gang in die Barrage und für einen Platz im internationalen Geschäft. Wir wagen vier Runden vor Schluss eine Prognose.

3. FC Lugano

In Jubelstimmung: Der FC Lugano hat derzeit einen Lauf. (Bild: Samuel Golay/KEY)

In Jubelstimmung: Der FC Lugano hat derzeit einen Lauf. (Bild: Samuel Golay/KEY)

Fabio Celestini und Lugano – das funktioniert. Angelo Renzetti, Präsident der Luganesi, präsentierte den ehemaligen Internationalen Celestini vergangenen Herbst als Wunschlösung. Spätestens jetzt weiss man, warum dem so ist. Anfänglich war Lugano noch schwankend, aber seit Jahresbeginn sind die Tessiner so konstant wie kaum ein anderes Team. Die Form stimmt. Das Restprogramm verschont Lugano vor den Young Boys und Basel.

Prognose: So sonnig das Tessin, so gut sieht es für Lugano aus. Gewitterwolken werden keine mehr aufziehen. Rang 3

Restprogramm: Thun (a), St. Gallen (h), Xamax (a), Grasshoppers (h).

4. FC Thun

Seit elf Spielen ohne Sieg: Der FC Thun. (Bild: Claudio de Capitani/freshfocus)

Seit elf Spielen ohne Sieg: Der FC Thun. (Bild: Claudio de Capitani/freshfocus)

Thun hat alle überrascht: Platz drei zum Schluss der Vorrunde. Gut organisierte Defensive, schnelle und überraschende Angriffe – alles lief wie am Schnürchen. Bis sich Captain Dennis Hediger im Derby gegen die Young Boys einen Kreuzbandriss zuzog. Mittlerweile sind die Thuner in der Meisterschaft seit elf Spielen oder dem 3:1-Sieg gegen St. Gallen Mitte Februar ohne Sieg. Das einzige Positiverlebnis? Der Einzug in den Cupfinal gegen den FC Luzern. Vergangenes Wochenende rutschten sie erstmals von Platz drei ab. Die Talfahrt wird weitergehen.

Prognose: Der Cupfinal wird Energien freisetzen und die Berner Oberländer können die Saison noch retten. Rang 5

Restprogramm: Lugano (h), Zürich (a), Basel (h), Sion (a).

5. FC Luzern

Der FC Luzern konnte den Punkteschnitt unter Thomas Häberli leicht steigern. (Bild: Samuel Golay/KEY)

Der FC Luzern konnte den Punkteschnitt unter Thomas Häberli leicht steigern. (Bild: Samuel Golay/KEY)

Thomas Häberli trainiert Luzern seit dem 21. Februar, die Bilanz ist ausgeglichen: vier Siege, drei Unentschieden und vier Niederlagen. Er hat den Punkteschnitt mit 1,36 gegenüber Vorgänger René Weiler (1,19) leicht anheben können. In den verbleibenden zwei Heimspielen gegen die Grasshoppers und den FCZ hat Häberli die Chance, mit Siegen die Barrage abzuwenden und sich für eine Verlängerung des auslaufenden Vertrags zu empfehlen. Zu Hause hat Luzern einiges gutzumachen, total elf Pflichtspielniederlagen stehen zu Buche.

Prognose: Siege in den letzten beiden Heimpartien, während auswärts gegen Basel und YB nichts zu holen ist. Rang 4

Restprogramm: Grasshoppers (h), Basel (a), Zürich (h), Young Boys (a).

6. FC St.Gallen

Der FC St.Gallen kann zum Saisonende nochmals auf seinen Leistungsträger Tranquillo Barnetta zählen. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Der FC St.Gallen kann zum Saisonende nochmals auf seinen Leistungsträger Tranquillo Barnetta zählen. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Das Projekt unter dem neuen Trainer Peter Zeidler hatte sich gut angelassen. Nach der sechsten Runde belegten die St. Galler den zweiten Rang. Allerdings fehlte die Konstanz. Den Ausfall von Cedric Itten kompensierten Vincent Sierro und Tranquillo Barnetta, doch seit der Winterpause ist Sierro in einem Formtief. Zudem ging die Taktik von Zeidler mit einer offensiven Ausrichtung mit hohem Pressing und Gegenpressing nicht mehr so auf wie zu Beginn. Das 1:0 bei den Grasshoppers am Samstag war erst der vierte Sieg in der zweiten Saisonhälfte.

Prognose: St.Gallen kann sich auf Tranquillo Barnetta verlassen. In seiner letzten Profisaison führt der 33-Jährige seinen Stammclub zum Ligaerhalt. Rang 7

Restprogramm: Sion (h), Lugano (a), Young Boys (h), Zürich (a).

7. FC Sion

In Sion ist nach der 0:4-Heimniederlage gegen YB wieder Unruhe eingekehrt. (Bild: Pascal Müller/Freshfocus)

In Sion ist nach der 0:4-Heimniederlage gegen YB wieder Unruhe eingekehrt. (Bild: Pascal Müller/Freshfocus)

Präsident Christian Constantin war lange begeistert von Murat Yakin, den er im September 2018 als Trainer eingestellt hatte. Bald einmal stattete er Yakin mit einem Vertrag bis 2021 aus, es schien, als lege der Präsident plötzlich Geduld an den Tag mit Coach und Team. Doch seit Sonntag ist alles wieder anders. Constantin sagt laut «Blick», das habe weniger mit der 0:4-Heimniederlage gegen die Young Boys zu tun als mit dem Umstand, dass «Yakin das Team im Stich» gelassen habe. Mehr als einmal hätten Yakin und der Trainerstab vor einem Spiel nicht im Teamhotel übernachtet. Hinzu kommt die sportliche Baisse: Nach fünf sieglosen Partien in Serie und zuletzt drei Niederlagen in Folge ist Sion dem Barrage-Rang wieder gefährlich nahe gekommen.

Prognose: Der FC Sion ist sich Unruhe gewohnt. Zudem spricht das Restprogramm für die Walliser. Rang 8

Restprogramm: St. Gallen (a), Xamax (h), Grasshoppers (a), Thun (h).

8. FC Zürich

Der FC Zürich ist mit Thun und nach GC das zweitschlechteste Team der Rückrunde. (Bild: Georgios Kefalas/KEY)

Der FC Zürich ist mit Thun und nach GC das zweitschlechteste Team der Rückrunde. (Bild: Georgios Kefalas/KEY)

Mit 12 Punkten aus 14 Spielen ist der FC Zürich mit Thun das zweitschlechteste Team der Rückrunde. Das ist rückblickend doch erstaunlich. Denn im Oktober 2018 setzte der FC Zürich noch ein Ausrufezeichen, als er in der Europa League Leverkusen mit 3:2 bezwang. Doch das Team ist aus der Balance geraten: Die Verletzungen von Adrian Winter und Hekuran Kryeziu hinterliessen Spuren. Andere Akteure stagnierten. Die Formkurve spricht nicht für die Zürcher. Von den vergangenen acht Super-League-Partien haben sie fünf verloren.

Prognose: Der FC Zürich macht die Zürcher Krise komplett und muss in die Barrage. Rang 9

Restprogramm: Xamax (a), Thun (h), Luzern (a), St. Gallen (h).

9. Neuchâtel Xamax

Neuchâtel Xamax ist das drittbeste Team der Rückrunde. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Neuchâtel Xamax ist das drittbeste Team der Rückrunde. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Als Stéphane Henchoz Xamax im Februar übernahm, belegten die Neuenburger den letzten Platz. Seit 13 Runden steht der ehemalige Internationale nun an der Linie beim Aufsteiger, 1,77 Punkte haben sie gemeinsam geholt. Xamax ist die drittbeste Mannschaft der Rückrunde. Obwohl sie im kommenden Spiel gegen den FC Zürich auf Raphaël Nuzzolo verzichten müssen, setzen die Neuenburger ihren Lauf fort und werden den Ligaerhalt schaffen.

Prognose: Eine stabilisierte Defensive und der überragende Nuzzolo reichen Xamax für den Ligaerhalt. Rang 6

Restprogramm: Zürich (h), Sion (a), Lugano (h), Basel (a).

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