Zwei wegweisende Heimspiele

Nach zuletzt drei schwachen Auftritten ist vom FC Wil eine Reaktion gefragt. Mit Chiasso gastiert heute um 17.45 Uhr der überraschende Leader der Challenge League in Wil. Der erste Heimsieg wird angestrebt.

Simon Dudle
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FUSSBALL. Es ist zwar erst ein Sechstel der Saison gespielt, für den FC Wil bricht aber bereits eine wichtige Phase an. Nach zuletzt drei Meisterschaftsspielen ohne Sieg en suite droht das ambitionierte Ziel – Aufstieg in die Super League – bereits früh in die Ferne zu rücken. Als Nächste gastieren der Reihe nach Leader Chiasso und das derzeit zweitplazierte Lausanne-Sport in Wil. «Wir können vieles wieder gutmachen», sagt Sportchef Erdal Keser. Richtig wäre auch, wenn er sagte, man «müsse» vieles wieder gutmachen. Denn in den letzten drei Pflichtspielen haben die Ostschweizer über weite Strecken enttäuscht und liegen bereits sechs Punkte hinter Chiasso. Der heutige Vergleich mit den Tessinern verkommt somit zu einem eigentlichen Sechspunkte-Spiel.

Als einziges Team unbesiegt

Es ist allerdings nicht davon auszugehen, dass der Aufsteiger Ende Saison Chiasso heisst. So überraschend gut und konstant die Leistungen derzeit sind, so wenige Ambitionen haben sie an der Landesgrenze, nach Lugano der zweite Aufsteiger aus dem Tessin in Serie zu sein. In der aktuellen Verfassung gibt es aber einfachere Aufgaben, als Gegner der Equipe von Trainer Marco Schällibaum zu sein. Chiasso stellt mit vier Gegentoren die beste Abwehr der Liga und mit zwölf erzielten Treffern hinter Biel den zweitbesten Angriff. Als einziges Team der Challenge League ist der Leader unbesiegt.

Verletzte kehren zurück

Ergo wird aus Wiler Sicht eine markante Leistungssteigerung notwendig sein, um den ersten Heimsieg der Saison zu realisieren. Es wäre der erste Erfolg überhaupt gegen Chiasso seit fast einem Jahr. «Wenn man gehobene Ansprüche hat, muss man solche Spiele gewinnen», sagt Keser. Er erwartet von der Mannschaft, dass sie auch körperlich mehr dagegenhält als in den vorangegangenen Partien. «Für einen Sieg muss man auch mal ackern», sagt Keser.

Die Startformation dürfte einmal mehr nicht gleich aussehen wie im Spiel davor. Das liegt daran, dass Egemen Korkmaz, André Santos und Mert Nobre ihre muskulären Verletzungen auskuriert haben und wieder einsatzbereit sind. Somit müssen die Wiler heute einzig auf den nach wie vor verletzten Mittelfeldspieler Kagan Söylemezgiller verzichten.

Statistisch würde es erstaunen, wenn die Entscheidung heute schon vor der Pause fiele. In allen sieben bisherigen Pflichtspielen des FC Chiasso in dieser Saison stand es zur Pause unentschieden.