Zwei Ringer auf Abwegen am Sempacherseelauf

Ihr sportliches Tummelfeld ist üblicherweise die Ringermatte. Gestern indes wagte sich Timo Zeder (23) am Sempacherseelauf auf fremdes Territorium. Er überzeugte, sein Willisauer Teamkollege Lukas Bossert (26) musste Forfait geben.

Roland Bucher
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Die beiden Willisauer Ringer Timon Zeder (links) und der verletzte Lukas Bossert (startete nicht) vor dem Lauf. (Bild: Philipp Schmidli, Sursee, 18. Mai 2019)

Die beiden Willisauer Ringer Timon Zeder (links) und der verletzte Lukas Bossert (startete nicht) vor dem Lauf. (Bild: Philipp Schmidli, Sursee, 18. Mai 2019) 

Statt auf der Matte für Willisau zu rangeln, ellbögelte Timo Zeder gestern am Sempacherseelauf. Ob es eine Schnapsidee gewesen sei, das aparte Ringergewändli mit Laufschuh und -dress zu vertauschen, oder ob es als Fitness-Zusatzelement zu deklarieren sei? «Ein bisschen so, ein bisschen so», sagt und lacht er eher unverbindlich, «Hauptsache, es macht Spass.» Die Schnellkraft-Anforderungen an die Ringer seien im Prinzip nicht vereinbar mit dem Anspruch an die Ausdauer, welche die 21 Halbmarathon-Kilometer um den Sempachersee erfordern. Aber: «Unsere Saison für die Willisauer Ringer ist seit zwei Wochen Vergangenheit», erklärt Lukas Bossert, Fahrradmechaniker beim Anlass-Hauptsponsor Go-in, «da darf man sich einen kleinen Seitensprung schon mal erlauben.»

Diesen musste Bossert indes auf die Zuschauerrampe verschieben: Eine Infektion im Oberschenkel hatte ihm im letzten Moment den Start verunmöglicht. «Das ärgert mich sehr, aber es war ein Entscheid der Vernunft.» 2020: da will er wieder angreifen.

Lukas und Timo: ihre Leidenschaft ist die Ringerei, für den RC Willisau. Dort sind sie Teamstützen, dort leiden sie im Infight, wenn es gilt, den Gegner platt zu drücken. Aber auch die Laufstrecke um den Sempachersee schafft Leiden: «Eigentlich machen wir das ja aus Freude. Aber sobald die Startnummer an der Brust klebt», gesteht Zeder, «dann hämmert der Ehrgeiz. Wer im Herzen den Sport trägt, der will dann schon immer das Beste aus sicher herauskitzeln. Du stehst am Start und willst nichts als losrennen, schnell sein, die Zeit erreichen, die du dir gesetzt hast.»

Impressionen vom 10. Sempacherseelauf. (Bild: Philipp Schmidli, Sursee, 18. Mai 2019)
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Auch dieses Jahr lockte der Lauf zahlreiche Sportler nach Sursee. (Bild: Philipp Schmidli, Sursee, 18. Mai 2019)
Impressionen vom 10. Sempacherseelauf. (Bild: Philipp Schmidli, Sursee, 18. Mai 2019)
Die Spitzengruppe unterwegs in der Surseer Altstadt. (Bild: Philipp Schmidli, Sursee, 18. Mai 2019)
Impressionen vom 10. Sempacherseelauf. (Bild: Philipp Schmidli, Sursee, 18. Mai 2019)
Impressionen vom 10. Sempacherseelauf. (Bild: Philipp Schmidli, Sursee, 18. Mai 2019)
Halbmarathon Sieger Manuel Walss. (Bild: Philipp Schmidli, Sursee, 18. Mai 2019)
Halbmarathon Siegerin Joelle Flück beim 10. Sempacherseelauf. (Bild: Philipp Schmidli, Sursee, 18. Mai 2019)
Impressionen vom 10. Sempacherseelauf. (Bild: Philipp Schmidli, Sursee, 18. Mai 2019)
Die Läufer auf der Strecke zwischen Schenkon und Eich. (Bild: Philipp Schmidli, Sursee, 18. Mai 2019)
Impressionen vom 10. Sempacherseelauf. (Bild: Philipp Schmidli, Sursee, 18. Mai 2019)
Impressionen vom 10. Sempacherseelauf. (Bild: Philipp Schmidli, Sursee, 18. Mai 2019)
Läufer beim Martignyplatz in Sursee. (Bild: Philipp Schmidli, Sursee, 18. Mai 2019)
Läufer beim Martignyplatz in Sursee. (Bild: Philipp Schmidli, Sursee, 18. Mai 2019)
Zieleinlauf beim Martignyplatz. (Bild: Philipp Schmidli, Sursee, 18. Mai 2019)
Zieleinlauf beim Martignyplatz. (Bild: Philipp Schmidli, Sursee, 18. Mai 2019)
Zieleinlauf beim Martignyplatz. (Bild: Philipp Schmidli, Sursee, 18. Mai 2019)
Zieleinlauf beim Martignyplatz. (Bild: Philipp Schmidli, Sursee, 18. Mai 2019)
Zieleinlauf beim Martignyplatz. (Bild: Philipp Schmidli, Sursee, 18. Mai 2019)
Zieleinlauf beim Martignyplatz. (Bild: Philipp Schmidli, Sursee, 18. Mai 2019)
Zieleinlauf beim Martignyplatz. (Bild: Philipp Schmidli, Sursee, 18. Mai 2019)
Zieleinlauf beim Martignyplatz. (Bild: Philipp Schmidli, Sursee, 18. Mai 2019)
Zieleinlauf beim Martignyplatz. (Bild: Philipp Schmidli, Sursee, 18. Mai 2019)
Zieleinlauf beim Martignyplatz. (Bild: Philipp Schmidli, Sursee, 18. Mai 2019)
Zieleinlauf beim Martignyplatz. (Bild: Philipp Schmidli, Sursee, 18. Mai 2019)
Zieleinlauf beim Martignyplatz. (Bild: Philipp Schmidli, Sursee, 18. Mai 2019)
Mädchen verteilen Apfelschorle im Zielgelände. (Bild: Philipp Schmidli, Sursee, 18. Mai 2019)
Impressionen von 10. Sempacherseelauf am Samstag mit Start und Ziel in Sursee. (Bild: Philipp Schmidli, Sursee, 18. Mai 2019)
Impressionen von 10. Sempacherseelauf am Samstag mit Start und Ziel in Sursee. (Bild: Philipp Schmidli, Sursee, 18. Mai 2019)
Impressionen von 10. Sempacherseelauf am Samstag mit Start und Ziel in Sursee. (Bild: Philipp Schmidli, Sursee, 18. Mai 2019)
Impressionen von 10. Sempacherseelauf am Samstag mit Start und Ziel in Sursee. (Bild: Philipp Schmidli, Sursee, 18. Mai 2019)
Impressionen von 10. Sempacherseelauf am Samstag mit Start und Ziel in Sursee. (Bild: Philipp Schmidli, Sursee, 18. Mai 2019)
Die beiden Willisauer Ringer Timon Zeder (links) und der verletzte Lukas Bossert (startete nicht) posieren vor dem 10. Sempacherseelauf in Sursee. (Bild: Philipp Schmidli, Sursee, 18. Mai 2019)

Impressionen vom 10. Sempacherseelauf. (Bild: Philipp Schmidli, Sursee, 18. Mai 2019)

Einer von der zähen Ringer-Sorte

Timo Zeder, angehender Bauingenieur, hat es auch im fremden Metier faustdick hinter den Ohren. Beim Luzerner Halbmarathon im letzten Herbst spulte er die Distanz in starken 1.23 Stunden ab – «das war für mich durchaus ein Erfolgserlebnis». Aber kein Grund, zurückzulehnen. Unter 1.20 Stunden will er diesmal finishen: «Das wird schwer. Aber ich glaube daran.» Knapp verfehlt am Schluss: 1.20.19 Stunden stempelte die Zieluhr: «Ich bin zufrieden. Doch, es war ein guter Lauf.» Bei Kilometer 13, 14 habe der Hammermann leicht angeklopft, doch dem habe er den Meister gezeigt: halt einer von der zähen Ringer-Sorte. «Meine Rechnung ist mehr oder weniger aufgegangen.»

Gerne wären Timo Zeder und Lukas Bossert, die beiden Ringer auf Abwegen, nach dem Rennen zusammen feiern gegangen: «Es tut mir leid für Lukas, dass er auf den Start verzichten musste», bedauert Zeder, «wir wären ja sicher auch noch eine spannende Wette eingegangen, wer wen um wie viele Minuten distanziert.» Bosserts Infekt legte eine Veto ein.

So leckte im Anschluss an einen tollen Halbmarathon Bossert Wunden, während Zeder im trauten Familienkreise seine starke Endzeit im Surseer Restaurant Central bei feiner Pasta noch einmal in vielen Facetten interpretierte. «Da wäre noch eine Sekunde drin gelegen, dort auch. Aber ich bin wirklich zufrieden.» Nächstes Mal will er es noch schneller machen – dann zu mal zusammen mit Lukas Bossert.