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Zwei laufstarke Geschwister

Was machen eigentlich...? Aurelia und Regula Scalabrin gehörten in den Neunzigerjahren zu den besten Mittelstrecken-Läuferinnen. Verschiedene ihrer Schweizer Rekorde wurden bis heute noch nicht gebrochen.
Bruno Eicher
Blicken mit Stolz zurück: Aurelia Denzler-Scalabrin (41, links) und Regula Zürcher-Scalabrin (40). (Bild: Bruno Eicher)

Blicken mit Stolz zurück: Aurelia Denzler-Scalabrin (41, links) und Regula Zürcher-Scalabrin (40). (Bild: Bruno Eicher)

leichtathletik. Verhältnismässig spät fanden die beiden Schwestern den Weg auf die Laufbahn der Kleinen Allmend in Frauenfeld. Als Sechstklässlerin begleitete Aurelia Scalabrin (heute 41), mehr aus «Gwunder», eine Kollegin ins Training des Stadtturnvereins und fand schnell Gefallen an der Leichtathletik. Da mochte die um ein Jahr jüngere Regula natürlich nicht hinten anstehen.

Man schnupperte gemeinsam in verschiedenen Disziplinen, doch merkte man schnell, dass über 400 und 800 Meter die grössten Erfolgsaussichten bestanden.

Nationale Extraklasse

Speziell gefördert von Regulas heutigem Ehemann Roli Zürcher sowie von Mathias Gredig, gewannen die beiden jungen Damen bereits 1988/89 ihre ersten Medaillen bei den Schweizer Meisterschaften der Elitekategorie. Weitere Podestplätze und mehrere Titelgewinne sollten folgen. Einen wesentlichen Anteil an diesen Erfolgen hatte auch Tedy Andes.

Ihm gelang es, als Novum in der Schweizer Leichtathletik-Szene, für seine beiden Schützlinge mit «erdgas» einen persönlichen Sponsor zu finden. Als Spitzenläuferin kann man nicht reich werden, erhält jedoch gewisse Privilegien. Man lernt etwa Leute aus der ganzen Welt kennen und kommt zu Reisen in fremde Länder. Die beiden Schwestern Scalabrin stellen klar, dass man mit dem heutigen System im Schweizer Spitzensport während der Aktivzeit beruflich eher stehen bleibe. Dafür profitiere man später von neu dazugewonnenem Ehrgeiz und der angeeigneten Ausdauerfähigkeit.

Regula, die gelernte Post-Betriebsassistentin, und die kaufmännische Angestellte Aurelia hatten aber immer tolle Chefs, welche für die vielen sportlich bedingten Abwesenheiten stets Verständnis zeigten.

Grossereignisse und Rekorde

Regula Scalabrin nahm an mehreren Welt- und Europameisterschaften teil und war auch 1992 an den Olympischen Spielen in Barcelona dabei.

Dieses Grossereignis in der katalanischen Metropole bezeichnet sie denn auch als eines der schönsten Erlebnisse ihrer Karriere. Gleich erfreulich bewertet sie ihren Schweizer 800-Meter-Rekordlauf von 2.00,90 Minuten in der Halle von Gent, welcher noch bis heute Gültigkeit hat. Genau wie ihre Schwester, startete auch Aurelia Scalabrin an unzähligen Länderkämpfen, Europacups und internationalen Meetings für die Schweiz. Zudem qualifizierte sie sich für eine Hallen-Europameisterschaft.

Beide schwärmen besonders von den vielen Staffel-Einsätzen. Zusammen mit ihren Vereinskolleginnen vom STV und dem LC Frauenfeld zieren sie noch immer die Spitze der ewigen Bestenliste in drei Wettbewerben über unterschiedliche Distanzen. Auch auf den Einzelstrecken sind sie weiterhin unter den zehn Besten aufgeführt.

Unterschiedliche Gründe

Regula Scalabrin wollte sich eigentlich noch für die Olympischen Spiele 2000 qualifizieren und danach ihre Karriere beenden.

Eine Krankheit, welche nicht durch den Sport ausgelöst wurde, zwang sie aber bereits 1999 zum Rücktritt. Bei Aurelia Scalabrin blieben, hauptsächlich durch mental bedingte Defizite, die guten Resultate in den Saisons 94/95 weitgehend aus. Sie fand aber genau den geeigneten Wettkampf für ihren Abschied aus dem Spitzensport.

Anlässlich der Schweizer-Staffelmeisterschaften 1996 im heimischen Stadion in Frauenfeld konnte sie sich in gewohnter Umgebung mit einem weiteren Meistertitel von ihren Fans verabschieden. Sie bezeichnet daher ihren letzten Wettkampf als sensationelles Erlebnis.

Echte Thurgauerinnen

Beide ehemaligen Spitzenläuferinnen sind bei ihrem LC Frauenfeld seit dessen Gründung tatkräftige Mitglieder, früher als äusserst erfolgreiche Aktive und danach im administrativen Bereich.

Sie fühlen sich beide weiterhin sehr wohl im Thurgau. Aurelia hat zwar schon mal für einige Zeit Kanada und Zürich getestet, doch merkte sie schnell, dass sie eigentlich nach Frauenfeld gehört. Regula Zürcher-Scalabrin bewohnt mit ihrem Mann Roli und den zwei Kindern ein schmuckes Haus in Herdern. Sie betätigt sich nebst ihren Hausfrauen- und Mutterpflichten als Leiterin des Kinder- und Jugiturnens in ihrem Wohnort.

Aurelia Denzler-Scalabrin ist mit ihrem Mann Jürg (erfolgreicher Duathlet) und gleichfalls zwei Kindern in Frauenfeld ansässig. Das weiterhin sehr aktive sportliche Ehepaar trägt zu gleichen Teilen zur Hausarbeit, der Kindererziehung und dem Einkommenserwerb bei. Man darf also gespannt sein, ob der Nachwuchs der zwei Sportlerfamilien schon bald in die Fussstapfen ihrer Eltern treten wird.

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