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Zuviel Sauerstoff für Stefan Luitz

Sensationell gewann Stefan Luitz Anfang Dezember den Riesenslalom von Beaver Creek. Nun aber droht dem Deutschen die nachträgliche Disqualifikation.
René Barmettler

Stefan Luitz feiert. Mit dem Champagner in den Händen und einem breiten Grinsen. Dem 26-jährigen Deutschen gelingt das perfekte Ski-alpinComeback, nachdem er in der vergangenen Saison einen Kreuzbandriss erlitten hatte. Der Allgäuer traf müde, aber überglücklich nach 16 Stunden Rückreise in seiner Heimat in Bayern ein. Sein Riesenslalomsieg nach knapp elf Monaten Verletzungspause tönt wie ein modernes Wintermärchen.

Dann aber wurde dem Internationalen Skiverband FIS am letzten Wochenende anonym ein Foto zugespielt. Auf diesem ist Luitz zu sehen, wie er auf dem 3152 Meter hoch gelegenen Startgelände zwischen den beiden Läufen des Riesenslaloms durch eine Maske Sauerstoff inhalierte. Die Statuten der Welt-Antidopingagentur Wada verbieten das nicht. Die FIS aber ist anderer Meinung: In deren Reglement ist solch eine Sauerstoffzufuhr verboten.

FIS bestätigt Verfahren

Wolfgang Maier, Alpin-Chef der Deutschen, beteuert, drei Experten im Vorfeld auf die Unbedenklichkeit der Verwendung von Atemmasken befragt zu haben. In den Anti-Doping-Regeln der FIS mit Stand Juli 2016 steht, dass ein Verstoss gegen diese Regeln automatisch eine Disqualifikation zur Folge hat. Die FIS hat unterdessen bestätigt, dass ein Verfahren gegen Luitz in Gang sei. «Wir haben einen Fehler gemacht, da stehen wir auch dazu. Weil wir nicht wussten, dass die FIS ihr Reglement an den internationalen Wada-Code nicht angepasst hat», sagte Maier der Deutschen Presse-Agentur DPA. «Wir akzeptieren, wenn man sagt, wir haben einen Regelverstoss gemacht. Aber nicht, dass wir gedopt haben.»

Verboten ist die Sauerstoff-Einnahme laut FIS-Regeln lediglich im Wettkampfbereich. Hätten die Verantwortlichen bewusst betrügen wollen, hätten sie Luitz den zusätzlichen Sauerstoff heimlich anderswo oder verdeckt verabreicht.

«So will kein Läufer einen Sieg geschenkt bekommen, auch Marcel Hirscher nicht», nimmt Österreichs Männerchef Andreas Puelacher Stellung. Man hätte mit einem Sieg auf dem grünen Tisch keine besondere Freude. «Wir verwenden Sauerstoff nicht, weil es verboten ist und es ausserdem nicht klar ist, ob es etwas bringt», so Puelacher weiter.

Nutzniesser der Affäre wäre übrigens der Schweizer Thomas Tumler, der auf Rang drei gefahren ist. Bis zur letzten Zwischenzeit von Luitz durfte der Samnauner noch auf Platz zwei hoffen. Doch auf den letzten Metern hatte der Deutsche wohl mehr Sauerstoffreserven als Hirscher und Tumler. Wird Stefan Luitz dieser Sieg nachträglich aberkannt, findet dieses Wintermärchen ein ganz schlechtes Ende.

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