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ZUVERSICHTLICH: Ein Auftakt nach Mass

Roger Federer gewinnt das Startspiel an den ATP Finals in London gegen den Amerikaner Jack Sock. Rafael Nadal indes bestreitet heute trotz Verletzung sein Spiel gegen den Belgier David Goffin.
Jörg Allmeroth
Roger Federer gelingt ein Arbeitssieg, der jedoch glanzlos ausfällt. (Bild: Kirsty Wigglesworth/AP)

Roger Federer gelingt ein Arbeitssieg, der jedoch glanzlos ausfällt. (Bild: Kirsty Wigglesworth/AP)

Jörg Allmeroth

Wenn Roger Federer 2017 in ein Turnierabenteuer startete, dann konnte man als Gegner meist schon vor den ersten Ballwechseln vor Ehrfurcht erstarren. Mit seinen 36 Jahren war der Maes­tro ein nimmersatter, nimmermüder Matchplayer, der Rekorde pulverisierte, ständig neue Bestmarken scheinbar für die Ewigkeit markierte und gleichzeitig wieder diese einschüchternde Aura für den Rest der Welt verbreitete. Warum die Vorrede? Weil Federer wohl auch seinen ersten Sieg bei den Londoner ATP Finals am Sonntag seiner nicht real greif­baren, aber doch ganz zweifellos existierenden Wirkkraft auf die Rivalen verdankte – ganz besonders zu erkennen in jenen wenigen Momenten, in denen sich Tennismatches auf diesem Niveau entscheiden.

Erster Federer-Match bei den ATP Finals, zweiter Satz, Tiebreak, 4:4, der Amerikaner Jack Sock kann mit eigenem Aufschlag in Führung gehen, vielleicht sogar einen Entscheidungssatz nach dem 4:6 in Durchgang eins erzwingen. Sock weiss, dass er etwas Besonderes bieten muss, einen aussergewöhnlichen Aufschlag. Er weiss auch um die Stärke und Qualität Federers bei den Big Points. Es kommt wie so oft für Federer und den Mann auf der anderen Seite des Netzes. Sock serviert einen Doppelfehler, es steht 4:5. Zwei Punkte später hat Federer das Tiebreak, den Satz und den Match mit Souveränität und gewohnter Nervenstärke 6:4, 7:6 (7:4) gewonnen.

Selbstbewusstsein verleiht Zuversicht

Ein Auftakt nach Mass, am Ende einer Traumsaison, eines Traum-Comebacks nach vorjähriger Verletzungsnot für den alten Meister. «Die Basis für ein gutes Turnier ist geschaffen. Ich bin zufrieden», sagte Federer hinterher. «Der zweite Satz war ganz eng. Aber ich bin halt irgendwie durchgekommen.» Federer ist kein Romantiker, er ist ein grosser Pragmatiker. Und als solcher freut er sich auch über den Arbeitssieg, der glanzlos ausfällt. Aber eine besondere Veredelung erhält, weil es nun der 50. Erfolg in diesem Jahr ist, bei nur vier Niederlagen.

Wie gesagt: Wo immer dieser revitalisierte Federer derzeit auch seine Zelte aufschlägt, steht er als Erster unter nicht ganz Gleichen da – selbst wenn sein ewiger Rivale Rafael Nadal in die Rechnung einbezogen ist. Federer ist in London 2017, bei seinem schon 15. WM-Start, der einzige Spieler, der dieses Championat schon mindestens einmal ge­wonnen hat. Genau genommen: sechsmal, 2003 und 2004, 2006 und 2007, 2010 und 2011. Zehnmal stand er im Final, nur einmal in all den Jahren blieb er in der Gruppenphase stecken, 2008 war das. Dass er am Ende dieser überraschend grandiosen Spielzeit als Favorit gehandelt wird, versteht sich von selbst. Und Federer gefällt diese Rolle, so wie es ihn schon immer vorangetrieben hat, wenn er als Front Runner in ein Turnier ging. «Wenn man hoch gehandelt wird, beweist es, dass man vorher Stärke gezeigt hat. Das gibt Selbstbewusstsein, verleiht Zuversicht», sagte Federer. Man darf gespannt sein, wie sich Shootingstar Alexander Zverev in dieser Gruppe gegen Federer schlägt. Zunächst hatte der Hamburger, aktuell die Nummer drei der Welt, gestern nach Redaktionsschluss allerdings seine Auftaktaufgabe gegen den Kroaten Marin Cilic zu lösen.

Mit starkem Aufschlag zum sicheren Sieg

Gegen den WM-Debütanten Sock musste Federer nicht die ganz grosse Virtuosität und spielerische Vielfalt zeigen, um den ersten Gruppensieg zu verbuchen. Er konnte sich vor allem auf einen starken Aufschlag verlassen, der Sock kaum Chancen liess. Im gesamten Match erspielte sich der Amerikaner keinen Breakball. Sock kämpfte hart, zeigte auch Courage und eine Spur Unverdrossenheit. Speziell, als er im zweiten Satz sechs Breakbälle des Schweizers abwehrte. Aber als es hart auf hart ging, kam der verhängnisvolle Doppelfehler im Tiebreak – und mit ihm die Niederlage.

Kann der nominell beste Spieler der Saison, der Weltranglistenerste Nadal, den Freund und Gegenspieler Federer stoppen? Unter normalen Umständen wäre das eine eher rhetorische Frage gewesen. Doch Nadal ist wieder einmal verletzt, das Pro­blemknie bereitet Sorgen und Schmerzen. Aber Nadal will es in jedem Fall in London versuchen. Gestern kündigte er seinen Start für heute an. Um 21 Uhr spielt er gegen den Belgier David Goffin.

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